Das Abendmahl-Das Lamm Gottes

Als Jesus das Abendmahl einsetzte und uns auftrug es zu seinem Gedächtnis zu halten, wollte er damit unmittelbar auf die Erfüllung des Gesetzes hinweisen. Denn so wie einst in den Gesetzen ein makellos einjähriges Opferlamm zur Sühnung nötig war, so ist nun Jesus selbst an die Stelle des Opferlammes getreten.

Allein diese Tatsache hat eine solche Tragweite, dass sogar Menschen krank wurden und starben, als sie das Abendmahl unwürdig einnahmen. Doch schauen wir uns das genauer an.

Jesus im Alten Testament

Im Alten Testament musste das Volk Israel ein einjähriges makelloses Lamm opfern, damit es Sühnung bei Gott erreichte. Dieses Opfer musste wiederholt werden, sooft es nötig war. Alttestamentliche Opferungen betrafen u. a. folgende Lebensumstände.

  • 2. Mose 12,5-zur Errettung aus Ägypten, Einsetzung des Pessachfestes.
  • 3. Mose 12,6-zur Sühnung nach der Geburt eines Kindes.
  • 3. Mose 23,12-zur Erstlingsernte
  • 4. Mose 6, 12-Bei Anwesenheit eines Todesfalles

Insbesondere das Pessachfest und der Auszug aus Ägypten hat eine sehr starke Symbolkraft auf Jesus hin. So wurden die Israeliten nur verschont, wenn sie das Blut des Opferlammes an ihre Türpfosten strichen.

Einen weiteren Hinweis auf Jesus als Lamm Gottes finden wir im Buch Jesaja.

Jesaja 53, 7
Er wurde misshandelt, aber er beugte sich und tat seinen Mund nicht auf wie das Lamm, das zur Schlachtung geführt wird und wie ein Schaf, das stumm ist vor seinen Scherern; und er tat seinen Mund nicht auf.

Jesus in den Evangelien

Somit verweist das Alte Testament schon sehr deutlich auf das Opfer Jesu am Kreuz und die Erfüllung des Gesetzes. Wobei Erfüllung und Auflösung zwei vollkommen verschiedene Dinge sind. Jesus selbst sagte dazu.

Matth. 5, 17
Meint nicht, dass ich gekommen sei, das Gesetz oder die Propheten aufzulösen; ich bin nicht gekommen aufzulösen, sondern zu erfüllen.

Auflösung würde bedeuten, dass das Gesetz absolut nichtig wäre und keinerlei Bedeutung und Wirkung mehr hätte. Dem ist jedoch nicht so, vielmehr spricht Jesus von dessen Erfüllung. Und Erfüllung bedeutet etwas zu verwirklichen, worauf hingearbeitet wurde. Sozusagen das Ziel erreichen, weil es eingetreten ist.

Das Gesetzt hat sich hinsichtlich der Opfer in soweit aufgehoben, als das alle, die Jesus als Opferlamm Gottes annehmen, diese Gesetze nicht mehr befolgen müssen. Alle anderen sind nach wie vor ans Gesetz gebunden. Und darin findet sich nun auch das Gericht wieder, denn, wer Jesus ablehnt, hat schon seinen Richter gefunden.

Denn weiter heißt es:

Matth. 5,18-20
Denn wahrlich, ich sage euch: Bis der Himmel und die Erde vergehen, soll auch nicht ein Jota oder ein Strichlein von dem Gesetz vergehen, bis alles geschehen ist. Wer nun eins dieser geringsten Gebote auflöst und so die Menschen lehrt, wird der Geringste heißen im Reich der Himmel; wer sie aber tut und lehrt, dieser wird groß heißen im Reich der Himmel. Denn ich sage euch: Wenn nicht eure Gerechtigkeit die der Schriftgelehrten und Pharisäer weit übertrifft, so werdet ihr keinesfalls in das Reich der Himmel hineinkommen.

Jesus betont hier nochmal die Wichtigkeit des Gesetzes und sagt klar, wer sie auflöst, wird der Geringste sein im Himmelreich und wer sie lehrt, wird groß heißen im Himmel. Der eigentliche Haken steht dabei allerdings im letzten Satz, denn wer das Gesetz lehrt, muss eine weitaus höherer Gerechtigkeit innehaben als die Schriftgelehrten und Pharisäer. Und das ist unmöglich, weil es bedeuten würde, dass ein Mensch höher als Jesus selbst stehen müsste.

Jesus das Lamm Gottes und der Heilige Geist

Jesus hat also durch seinen Opfertod die Sühnung für jeden erreicht, der es annehmen möchte. Damit ist die Sühnung nicht mehr allein auf Israel beschränkt, sondern der neue Bund geht darüber hinaus in die Heidennationen hinein. Aber noch viel mehr ist damit geschehen, so kann nun jeder den Heiligen Geist empfangen und von Neuem geboren werden.

Auch dies war vorher nicht möglich, der Heilige Geist war nur punktuell für auserwählte Propheten und Führer des Volkes Israel da. Und auch dort war er letztlich noch nicht mit der Fülle Jesu ausgestattet, wie wir sie heute kennen.

Denn heute kann jeder Christ durch den Heiligen Geist geführt und gelenkt, überführt und ermahnt, ermutigt und erfüllt werden. Jedem Christen steht diese Tür offen.

Joh. 14,26
Der Beistand aber, der Heilige Geist, den der Vater senden wird in meinem Namen, der wird euch alles lehren und euch an alles erinnern, was ich euch gesagt habe.

Diese Aufgabe des Heiligen Geistes ist neu hinzugekommen. Er wird uns lehren und an alles erinnern, was Jesus uns gesagt hat. Die Apostel kannten Jesus persönlich und brauchten diese Erinnerung, weil auch sie vieles erst später verstanden. Für uns heute gilt, dass wir im Lesen seines Wortes Verständnis brauchen, daher ist das Lesen der Bibel und die Predigt für uns heute sehr wichtig. Denn darin begegnet uns der Heilige Geist, worin er uns lehrt und erinnert.

Der neue Bund und das neue Gebot

Der neue Bund gründet also fest auf dem Opfertod Jesu, weil er unschuldig war und unschuldig angeklagt und umgebracht wurde. Damit kam nicht nur der Heilige Geist in veränderter Form zu uns, sondern auch das neue Gebot der Liebe.

Joh. 13,34-35
Ein neues Gebot gebe ich euch, dass ihr einander liebt, damit, wie ich euch geliebt habe, auch ihr einander liebt. Daran werden alle erkennen, dass ihr meine Jünger seid, wenn ihr Liebe untereinander habt.

Jesus möchte also, dass seine Kinder sich untereinander in großer Liebe begegnen, auch deshalb, weil diese Liebe ein Zeugnis nach Außen sein wird. Aus leidiger Erfahrung wissen wir, und auch das Neue Testament berichtet uns davon, dass dem leider oft nicht so ist.

Dies ergibt sich einfach daraus, dass es viele unbußfertige Christen gibt und die Gemeinde, als solches auch eine unvollkommene Gemeinde ist. Wir alle leben mit menschlichen Schwächen und haben dabei unsere Ecken und Kanten, was leider auch dazu führt, dass es zu Streitigkeiten kommt.

Aber grade deshalb gab uns Jesus dieses neue Gebot, denn in der Liebe und Demut kann er in uns allen wirken und alles zum Besten wenden. In der Liebe wird seine Vollmacht und Kraft in uns vollkommen. Wer liebt, kann Vergeben und sich und sein Ego zurücknehmen. Wer so liebt, beweist, dass er sein Vertrauen auf Jesus setzt und sich ihm unterordnet.

Matth. 11,28-30
Kommt her zu mir, alle ihr Mühseligen und Beladenen! Und ich werde euch Ruhe geben. Nehmt auf euch mein Joch, und lernt von mir! Denn ich bin sanftmütig und von Herzen demütig, und „ihr werdet Ruhe finden für eure Seelen“; denn mein Joch ist sanft, und meine Last ist leicht.

Jesus der Herrscher

Obwohl Jesus selbst sich geopfert hat und uns das neue Gebot der Liebe gab und wir auch danach trachten sollen, so zeigte er auch schon seine Herrschaft an. Bedenken wir, dass er die Geldwechsler aus dem Tempel warf (Matth. 21,12) und stetig vor dem Sauerteig warnte (Matth. 16,6).

So sollen auch wir darauf achten, dass die Gemeinde und die Lehre gesund bleibt und nicht verwässert wird. Heute erleben wir dies durch drei Dinge, in der Ökumene durch die Liberalisierung der Bibel und durch die Gesetzlichkeit der Bibel, sowie durch eine falsch gelebte Charismatik. Drei Extreme, die uns heute im besonderen Maße verführen wollen.

Die sieben Sendschreiben aus der Offenbarung zeigen uns ebenfalls auf, wie Jesus mit den Gemeinden spricht und wie ernst ihm diese Sache ist. Jesus ist der Herr und wird als solcher auch kommen, wir finden dies in der Offenbarung an einigen Stellen bestätigt.

Off. 5, 13
Und jedes Geschöpf, das im Himmel und auf der Erde und unter der Erde und auf dem Meer ist, und alles, was in ihnen ist, hörte ich sagen: Dem, der auf dem Thron sitzt, und dem Lamm den Lobpreis und die Ehre und die Herrlichkeit und die Macht von Ewigkeit zu Ewigkeit!

Off. 6,15-16
Und die Könige der Erde und die Großen und die Obersten und die Reichen und die Mächtigen und jeder Sklave und Freie verbargen sich in die Höhlen und in die Felsen der Berge; und sie sagen zu den Bergen und zu den Felsen: Fallt auf uns und verbergt uns vor dem Angesicht dessen, der auf dem Thron sitzt, und vor dem Zorn des Lammes!

Jesus wird also im Zorn diese Welt richten und jeder wird ihn erkennen.

Das Abendmahl

Wenn wir also das Abendmahl feiern, so sollten wir bedenken, dass wir ihn als Sohn Gottes ehren und achten. Wir wollen ihn nicht verklären, sondern anbeten in dem Bewusstsein, dass wir ohne seine Gnade gar nicht da wären wo wir sind. Wir erinnern uns an sein Opfer und an seine Auferstehung. Und wir verbinden dies mit seiner Wiederkunft und sind in dessen Erwartung. Damit dient das Abendmahl als gelebte Predigt und auch als Vorbereitung zur Heiligung, wenn der Herr kommt.

Wer aber seine Gnade kennt und bewusst in Sünde vor ihm lebt, kann sich mit der Einnahme des Abendmahls schuldig machen.

1.Korinther 11,26-34
Denn sooft ihr dieses Brot esst und den Kelch trinkt, verkündigt ihr den Tod des Herrn, bis er kommt. Wer also unwürdig das Brot isst oder den Kelch des Herrn trinkt, wird des Leibes und Blutes des Herrn schuldig sein. Der Mensch aber prüfe sich selbst, und so esse er von dem Brot und trinke von dem Kelch. Denn wer isst und trinkt, isst und trinkt sich selbst Gericht, wenn er den Leib des Herrn nicht richtig beurteilt. Deshalb sind viele unter euch schwach und krank, und ein gut Teil sind entschlafen. Wenn wir uns aber selbst beurteilten, so würden wir nicht gerichtet. Wenn wir aber vom Herrn gerichtet werden, so werden wir gezüchtigt, damit wir nicht mit der Welt verurteilt werden. Daher, meine Brüder, wenn ihr zusammenkommt, um zu essen, so wartet aufeinander! Wenn jemand hungert, der esse daheim, damit ihr nicht zum Gericht zusammenkommt.

Paulus hatte hier das ungerechte Verhalten im Blick, welches ärmere Geschwister herablassend behandelte. Diese Tatsache war eine Zuwiederhandlung gegen das Gebot der Liebe untereinander und blieb offenbar nicht ungestraft. Wenn wir einander nicht lieben und ungerecht zueinander sind oder sonstige bewusste Sünden ausleben, sollten wir das Abendmahl besser nicht feiern, sondern erst die Dinge für uns beurteilen und ggfs. in Ordnung bringen.

Die Erfüllung des Lammes

Nicht zuletzt werden wir erleben, dass sich alle Dinge schon immer zu ihm hinbewegt haben und sich auch die Letzten Dinge in ihm erfüllen werden. So haben auch wir heute eine Erwartungshaltung, ähnlich wie die Pharisäer das Zeugnis des Messias hatten und sich viele daran aufgerieben hatten, so haben wir heute das Neue Testament und die Offenbarung.

Wir erwarten also die erneute Erfüllung des Wortes Gottes, so lasst uns mit dem Abendmahl daran erinnern und schauen wir auf das vollkommene Zeugnis unseres Herrn und unser aller Hoffnung.

Off. 7, 16-17
Sie werden nicht mehr hungern, auch werden sie nicht mehr dürsten, noch wird die Sonne auf sie fallen noch irgendeine Glut; denn das Lamm, das in der Mitte des Thrones ist, wird sie hüten und sie leiten zu Wasserquellen des Lebens, und Gott wird jede Träne von ihren Augen abwischen.

AMEN


 

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