Allein der Glaube genügt

Immer mal wieder höre und lese ich auch in Online-Diskussionen, dass Christen darauf verweisen, dass sie lediglich der Heilsbotschaft glauben müssten. Auslöser für solche Aussagen sind die zum Teil sehr unterschiedlichen Lehrmeinungen unter den Diskutierenden, womit nicht wenige Christen dann auch überfordert sind und dann diese Schutzbehauptung vertreten wird. Diesen Umstand möchte ich gerne etwas näher beleuchten, denn zum einen haben sie recht mit dieser Behauptung, zum anderen aber auch wieder nicht. Und nicht zuletzt möchte ich auch aufzeigen, dass solche Online-Diskussionen nicht immer die ratsamsten sind.

Aus Glauben gerechtfertigt

Römer 1,17
Denn Gottes Gerechtigkeit wird darin offenbart aus Glauben zu Glauben, wie geschrieben steht: „Der Gerechte aber wird aus Glauben leben.“

Römer 10, 8-11
Das ist das Wort des Glaubens, das wir predigen, dass, wenn du mit deinem Mund Jesus als Herrn bekennen und in deinem Herzen glauben wirst, dass Gott ihn aus den Toten auferweckt hat, du gerettet werden wirst. Denn mit dem Herzen wird geglaubt zur Gerechtigkeit, und mit dem Mund wird bekannt zum Heil. Denn die Schrift sagt: „Jeder, der an ihn glaubt, wird nicht zuschanden werden.“

Diese Worte von Paulus bestätigen zunächst die Behauptung, dass wir lediglich an Jesus den Retter und Erlöser glauben müssen, um gerechtfertigt zu sein. Wobei wir hier noch einen Unterschied feststellen können. Vers 10 sagt uns, dass wir mit dem Herzen zur Gerechtigkeit hin glauben und mit dem Bekenntnis zum Heil. Gerechtigkeit und Heil sind hier offenbar noch zwei unterschiedliche Dinge.

Auch wenn es so aussehen mag, ist dies nicht der Fall. Paulus führt aus, dass, wer mit dem Herzen glaubt, nämlich das Jesus Gott ist und von den Toten auferstanden ist und zudem dies offenherzig bekennt, wird zum ewigen Heil hin gerettet.

Wer das glaubt, bestätigt die Behauptung, dass allein der Glaube genügt. Glaube beinhaltet jedoch noch mehr als das, denn woher will man wissen, was man zu glauben hat, bzw. was dieser Glaube noch so mit sich bringt? Wie will man Gott kennen, wenn wir nicht auch sein Wort kennen, lesen und studieren. Und so gilt es nicht allein an die Heilstat Jesu zu glauben, sondern auch seinem Wort.

Hebräer 11, 6
Ohne Glauben aber ist es unmöglich, ihm wohlzugefallen; denn wer Gott naht, muss glauben, dass er ist und denen, die ihn suchen, ein Belohner sein wird.

Das Lehramt-ein Drahtseilakt

Jakobus 3,1
Werdet nicht viele Lehrer, meine Brüder, da ihr wisst, dass wir ein schwereres Urteil empfangen werden!

Was für eine Aussage und sie flößt ganz sicher jeden ernsthaften Bibellehrer großen Respekt ein. Der ist auch angebracht, aber Respekt vor Gottes Wort darf nicht zur Ängstlichkeit führen. Sodass man sich letztlich nicht traut Teile der Bibel nicht ansehen zu wollen, da sie zu schwierig erscheinen. Wie z. B. die Offenbarung und alles rund um die Endzeit.

Denn grade in diesem Bereich tummeln sich schon immer sehr viele Lehrmeinungen und auch falsche Bibellehrer und Propheten. Denn nichts macht mehr Angst, als die erschreckenden Aussagen der Bibel zur letzten Zeit. Und doch hat unser Gott im Verlauf der Zeiten ernsthafte und gute Bibellehrer bestellt, die auch dieses Thema sorgfältig untersucht haben. Ihre Ausarbeitungen sind unsere heutigen Grundlagen für das biblische Endzeitszenario, zumindest würde ich jeden dazu raten, diese Ausarbeitungen zurate zu ziehen.

Unser Gott hat uns nicht umsonst die Offenbarung und die endzeitlichen Aussagen Jesu hinterlassen. Sie dienen unserer Ermutigung und Hoffnung auf unsere Erlösung hin. Wir dürfen darauf hoffen, dass unsere Erlösung naht und Jesus selbst sagt uns in Lukas 21,28 das Wir uns freuen sollen.

Also ist das Endzeitthema kein Schrecken für uns Christen, sondern ein Grund zur Freude!

Wir müssen uns jedoch darüber im Klaren sein, dass insbesondere in diesem Bereich die Verführungen sehr groß sind. Durch falsche Lehre und durch falsche Propheten, welche zu Parteiungen führen und in weiten Teilen Christus sogar leugnen. Viele häufen sich dabei eigene Lehren an, die ihnen selbst gefallen aber letztlich nicht die Wahrheit Gottes wiedergeben. Ein großes Problem unserer heutigen Zeit mit dem großen Abfall des Glaubens und eine Folge von billiger Gnade, die keine wiedergeborenen Christen mehr hervorbringt.

2. Tim. 4,3-4
Denn es wird eine Zeit sein, da sie die gesunde Lehre nicht ertragen, sondern nach ihren eigenen Begierden sich selbst Lehrer aufhäufen werden, weil es ihnen in den Ohren kitzelt; und sie werden die Ohren von der Wahrheit abkehren und sich zu den Fabeln hinwenden.

2. Petrus 2,1
Es waren aber auch falsche Propheten unter dem Volk, wie auch unter euch falsche Lehrer sein werden, die Verderben bringende Parteiungen heimlich einführen werden, indem sie auch den Gebieter, der sie erkauft hat, verleugnen. Die ziehen sich selbst schnelles Verderben zu.

All das finden wir heute im verstärkten Maße wieder und es braucht dazu Orientierung und Hilfestellungen.

Das Maß des Glaubens und Verhalten gegenüber schwächeren

Römer 12,3
Denn ich sage durch die Gnade, die mir gegeben wurde, jedem, der unter euch ist, nicht höher von sich zu denken, als zu denken sich gebührt, sondern darauf bedacht zu sein, dass er besonnen sei, wie Gott einem jeden das Maß des Glaubens zugeteilt hat.

Jeder Christ hat ein von Gott zugeteiltes Maß an Glauben und er befindet sich damit auf dem Weg zu Gott hin. Für mich ist dies ein deutliches Zeichen dafür, dass unser Gott auch Rücksicht auf unsere Mentalität nimmt. Und wir sind aufgefordert uns in Demut untereinander zu begegnen, damit niemand überfordert wird. Und damit komme ich auch auf die Online-Diskussionen, welche diese Art der Rücksicht nicht kennt und warum es dann zu der Schutzbehauptung kommt.

Die sozialen Medien sind ja zur Informationsbeschaffung sehr gut, sollte aber für schwache Christen nicht unbedingt das erste Mittel sein. Vielen muss man raten lieber in ihre Gemeinde zu gehen und sich dort an die Predigten zu halten. Denn jeder Christ ist damit gut bedient, weil der Glaube aus der Predigt kommt. Und die Predigt meint hier nicht allein den Glauben an Jesus als Retter und Erlöser, sondern die gesamte Bibel in Wort und Schrift. Und dafür hat Gott Bibellehrer bestellt, um seine Schafe zu weiden. Und Schafe brauchen einen Hirten, der sie führt und leitet.

Römer 10,17
Also ist der Glaube aus der Verkündigung, die Verkündigung aber durch das Wort Christi.

Die sozialen Medien sind keine Gemeinde Gottes als solches und sie ersetzen auch nicht die echte Gemeinschaft vor Ort. Sollte irgendwann einmal eine Zensur kommen und es dadurch erhebliche Einschränkungen für Christen geben, wo bleibt dann die Gemeinschaft unter Christen und wo bleibt dann die Orts- oder Hausgemeinde?

Damit möchte ich sagen, dass niemand sich auf die sozialen Medien letztlich endgültig verlassen sollte. Was wirklich zählt, ist die echte Gemeinschaft unter echten Christen vor Ort. Und es gilt auch insbesondere in den schwerer werden Zeiten immer mehr zusammenzustehen und füreinander da zu sein.

Galater 6,10
Lasst uns also nun, wie wir Gelegenheit haben, allen gegenüber das Gute wirken, am meisten aber gegenüber den Hausgenossen des Glaubens!

Verfolgung auch bei uns

Verfolgungen werden auch bei uns mehr werden, allein durch den stärker werdenden Islam, welcher sich mittlerweile auch bei uns immer mehr öffentlich gegen Christen äußert. Und wir erleben bereits Verfolgungen von Predigern, die es wagen Gottes biblische Ansprüche offen zu bekennen und, die die Götzendienste offen anprangern. Das Gleichstellungsgesetz und der weitere Abbau der Demokratie, sowie die zunehmenden antigöttlichen gesellschaftlichen Exzesse, legen uns Christen erhebliche Lasten auf.

Wir müssen dadurch in einem schwer belasteten Umfeld leben und leiden unter den Ungerechtigkeiten. Dabei begegnen uns auch sehr viele Versuchungen, die uns wegreißen wollen. Allein die weltlichen Versuchungen sind schon groß, aber zusätzlich kämpfen wir noch mit den eigenen Hausgenossen um die rechte Bibellehre. Denn auch heute sind leider viele Pharisäer unterwegs, die das Wort Gottes zwar inwendig kennen, aber nicht wiedergeboren sind und so nicht im Herzen glaubend sind.

Wie also wollen wir bestehen und uns für das Himmelreich bewahren?

Es gilt grade heute, mit Blick auf die Verführungen besonnen und bedacht zu sein. Aufeinander achtzuhaben und sich, um seinen Nächsten zu kümmern und den Schwachen nicht zu verunsichern. Wir müssen uns auf die Verfolgungen einstellen und damit umgehen, weil wir nicht mehr zwangsläufig Wohlstand, Liebe und Segnungen für unsere guten Werke ernten werden, sondern mehr und mehr Ablehnungen erfahren und auch direkte Angriffe.

Viele Glaubenswerke können dies bereits bestätigen und es gilt auch für jeden bekennenden Christen. Aber auch dafür hat unser Herr eine eindeutige Ermutigung.

Matthäus 5, 12
Freut euch und jubelt, denn euer Lohn ist groß in den Himmeln; denn ebenso haben sie die Propheten verfolgt, die vor euch waren.


 

6 Kommentare zu Allein der Glaube genügt

  1. Ja ……………, und nun glaubt ihr an ihn, obwohl ihr ihn nicht seht; ihr werdet euch aber freuen mit unaussprechlicher und herrlicher Freude, wenn ihr das Ziel eures Glaubens erlangt, nämlich der Seelen Seligkeit. (Petrus, 1: 8+9)

    Der Seelen Seligkeit kann nur Freude sein………………..!!!

    Luther zum Beispiel weist auf den Zusammenhang von Glauben und Freude hin, er sagte:“ Wir können an der fehlenden Freude den Mangel unseres Glaubens erkennen. Denn wie stark wir glauben, so stark müssen wir uns auch notwendig freuen“.
    Außerdem bezeichnete er die Freude als den „Doktorhut des Glaubens“.

    Paul Gerhard textet in schwieriger Zeit:“Die Sonne, die mir lachet, ist mein Herr Jesus Christ, das, was mich singen machet, ist, was im Himmel ist“.

    Aufgrund unseres Glaubens können wir der einzigartigen, herrlichen Zukunft in Christus gewiss sein, und „unser Mund wird voll Lachens sein“ (Psalm 126,2).

    Mit anderen Worten, wir gehen dem wahren Leben in Christus entgegen.
    Unsere Seelen sehnen sich nach dieser Gerechtigkeit, nach dem vollendeten sein in Gott.

    Die Frohe Botschaft ist, wir werden nicht ausgelöscht, sondern verwandelt. Mein Leben hört praktisch nicht auf, wir gehen auf das Leben zu, heute…………..

    Ich muss es nur glauben……………………..!!! Jesus ist der Weg, die Wahrheit und das Leben (Joh,14,6 auch hier wieder auffällig das Wort Leben)

    (Obige Bibelstellen entnommen aus der Lutherbibel, revidierter Text 1984, durchgesehene Ausgabe in neuer Rechtschreibung, © 1999 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart)

  2. Ja, Jesus ist das Leben, doch zuvor gilt es zu überwinden, wie er selbst in den Sendschreiben aufgefordert hat und damit unsere Belohung einhergeht.

    Off. 2,7
    Wer überwindet, dem werde ich zu essen geben von dem Baum des Lebens, welcher in dem Paradies Gottes ist.

    Off. 2, 10-11
    Sei treu bis zum Tod! Und ich werde dir den Siegeskranz des Lebens geben. Wer ein Ohr hat, höre, was der Geist den Gemeinden sagt! Wer überwindet, wird keinen Schaden erleiden von dem zweiten Tod.

    Off. 2,17
    Wer überwindet, dem werde ich von dem verborgenen Manna geben; und ich werde ihm einen weißen Stein geben und, auf den Stein geschrieben, einen neuen Namen, den niemand kennt, als wer ihn empfängt.

    Off. 2,26-28
    Und wer überwindet und meine Werke bis ans Ende bewahrt, dem werde ich Macht über die Nationen geben; und er wird sie hüten mit eisernem Stab, wie Töpfergefäße zerschmettert werden, wie auch ich von meinem Vater empfangen habe; und ich werde ihm den Morgenstern geben.

    Off. 3,5
    Wer überwindet, der wird so mit weißen Kleidern bekleidet werden, und ich werde seinen Namen aus dem Buch des Lebens nicht auslöschen und seinen Namen bekennen vor meinem Vater und vor seinen Engeln.

    Off. 3,12
    Wer überwindet, den werde ich im Tempel meines Gottes zu einer Säule machen, und er wird nie mehr hinausgehen; und ich werde auf ihn schreiben den Namen meines Gottes und den Namen der Stadt meines Gottes, des neuen Jerusalem, das aus dem Himmel herabkommt von meinem Gott, und meinen neuen Namen.

    Off. 3,21
    Wer überwindet, dem werde ich geben, mit mir auf meinem Thron zu sitzen, wie auch ich überwunden und mich mit meinem Vater auf seinen Thron gesetzt habe.

  3. Ja überwinden, aber wen oder was überwinden………, das ist doch die Frage?!

    Ich meine, überwinden hat immer etwas mit Angst zu tun.
    Jesus meint nicht mit Verdrängung Angst überwinden, sondern sich der Angst stellen und sie mit seiner Hilfe überwinden, nämlich unsere Angst vorm Tod.
    In der Welt habt ihr Angst, aber seid getrost ich habe die Welt überwunden.
    Also ER hat überwunden. ER möchte mich von meiner Angst erlösen, und das kann ich glauben oder nicht.
    Wenn ich glaube heißt dass, dass ich einiges an meiner geprägten Denkweise an meinem Bewusstsein überwinden muss. Ich muss mich selbst überwinden, mich selbst überwinden IHM zu vertrauen, dass ER mein Leben in der Hand hat und mein Sterben hin zum wahren Leben führt mit Siegeskranz.

    Ich lebe und ihr sollt auch leben, sagt Jesus. Über diese Worte kann ich ja mal 3-4 Wochen nachdenken und wenn ich das wirklich glaube, dann habe ich überwunden, aufgrund seines Überwindens………….

  4. ja soweit richtig, es gilt aber auch Versuchungen und Anfechtungen zu überwinden, bzw. unseren schlechten Charakter. Und wir können nur bestehen, wenn wir in ihm sind und bleiben. Und das wiederum setzt eine echte und tiefe Beziehung zu Jesus voraus. Wie wenig wird dabei doch heute auf die ewige himmlische Herrlichkeit geschaut und daraus Kraft und Freude gezogen. Wie kann man sich freuen, wenn doch so viel Unrecht um einen herum ist? Doch nur weil wir wissen dürfen, dass unser Weg ein Weg in die himmlische Herlichkeit ist.

  5. Zitat Bernd: „Wie kann man sich freuen, wenn doch so viel Unrecht um einen herum ist? Doch nur weil wir wissen dürfen, dass unser Weg ein Weg in die himmlische Herrlichkeit ist.“

    Ja, dieses wissen dürfen gründet auf der personifizierten Hoffnung Jesus Christus, dem Auferstandenen von den Toten und an seine noch ausstehende Wiederkunft, die ich glaubend erhoffe oder erhoffend glaube, zuversichtlich mit Freude und guten Mutes, faktisch und bestimmt.

    Und deshalb können wir unsere Häupter beharrlich erheben auf das eine Ziel hin, in geduldigem durchhalten auf unserer nahende Erlösung.

    Sein Reich komme……………….

Kommentar hinterlassen

E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.


*


CommentLuv badge