Der Kirchentag und die messianischen Juden

IdeaSpektrum2015Die Einheit aller Christen und somit die Ökumene gilt nicht für jeden Christen, besonders dann nicht wenn er messianischer Jude ist. Messianische Juden werden wieder einmal vom Kirchtag im Juni in Stuttgart ausgeschlossen. Damit wird Zensur geübt und passt nur allzugut zur Geschichte der beiden großen Kirchen.

Liest man sich durch die Statements, dann liest man an sich gute und hingebungsvolle Statements, die sich klar zu den Juden und Judenchristen stellen. Bloß, was ist das noch wert, wenn man dieselben mit fadenscheinigen Gründen ausgrenzt?

Als Begründung für den anhaltenden Jahrelangen Ausschluss hält nun schon ebenso lange die Judenmission her. Das Argument ist jedoch in sich nicht schlüssig, da es auch Bewegungen innerhalb der großen und allen anderen Kirchen gibt.

Müssten diese dann nicht auch ausgeschlossen werden und wie sollte man diese dann selektieren?

Es gäbe wohl keinen Kirchentag mehr …

Warum also werden die messianischen Juden wirklich ausgegrenzt? Liegt es vielleicht eher daran, dass es vorgefertigte Ansichten gibt, die ihren Ursprung in der Ersatztheologie haben? Was also möchte man den messianischen Juden hier wirklich aufzwingen? Sollen sie sich den Kirchen und ihren Statuten und Verordnungen unterordnen?

Worum geht es hierbei wirklich?

Wenn einerseits die die Beziehungen zu den Juden als Gottesvolk bejaht werden und man auch erkannt haben will, dass die Jahrhundertelange Verfolgungen mit den Zwangstaufen großen Schaden angerichtet haben, wie kann es dann andererseits zu so einer Ausgrenzung kommen?

Oder hat man die Statements dem allgemeinen Gefälle angepasst und meint in Wahrheit etwas anderes, bzw. lebt hier nicht echte Einsicht, sondern noch immer die alten Wurzeln der Ablehnung? Steht nicht auch die Katholische Kirche für das Wort Gottes ein und lehnt Homosexuelle Heirat und ähnliches ab. Doch in Wahrheit ist die Katholische Kirche selbst immer wieder mit Skandalen pädophiler Auswüchse in den Medien zu finden oder auch mit verschwenderischen Pfarrern.

Fazit: Wer nicht echte Einsicht lebt, kann noch so viele rhetorisch geschickte Statements abgeben, sie werden immer wieder zurück in die selbe alte Sackgasse führen. Wer nicht echte Buße tut und auch nicht echte Werke der Buße folgen lässt, wird sich weiter im Kreis des althergebrachten bewegen.

Den messianischen Juden zolle ich höchsten Respekt, dass sie sich bei all dieser Ablehnung ihnen gegenüber immernoch zum Dialog bereit erklären. Sie reichen uns Heidenchristen immer wieder die Hand und wir finden darin vielleicht auch eine Möglichkeit die Gott zur Buße schenken möchte.

Denn wir das Gleichnis vom Ölbaum nehmen, sind wir Heidenchristen lediglich aufgepfropfte Zweige und Israel ist die Wurzel. Und wir werden gewarnt, wenn Gott mit seinem Volk hart umgeht, wieso sollte es uns anders ergehen?

Welch eine Arroganz steht dahinter, wenn wir dem Volk Gottes seine Bestimmung absprechen wollen und uns über die Wurzel erheben wollen. Das erinnert uns eher an jemanden der dies ebenfalls tat, als er wie Gott sein wollte.

Christlicher Glaube erscheint mir heute manchesmal eher etwas abstraktes zu sein, ähnlich wie einer Modeerscheinung, welche alle gut finden und jeder eine tolle Idee oder Ansicht dazu hat. Gott, Jesus und die Bibel werden darin eigentlich ihrer Kraft beraubt und werden zu einem netten Klischee verbalisiert. Das Gleichgewicht ist nicht mehr da und die Ernsthaftigkeit zur Gottesfurcht werden verklärt. Gottes Kraft und Person werden oft nicht mehr als Schöpfergott gesehen oder als alles entscheidende Person wahrgenommen.

Die Ausgrenzung vom Kirchentag hat eigentlich tiefe und schlimme Wurzeln in der Kirchengeschichte und sie haben ebenso schlimme Folgen für die Menschen. Das falsche Gottesbild welches daraus entsteht, verwässert alles was an Gott wahrhaftig und gerecht ist.

Römer 11,11-21

Das Heil im Blick auf Israel und die Nationen

Ich sage nun: Sind sie etwa gestrauchelt, damit sie fallen sollten? Auf keinen Fall! Sondern durch ihren Fall ist den Nationen das Heil geworden, um sie zur Eifersucht zu reizen. Wenn aber ihr Fall der Reichtum der Welt ist und ihr Verlust der Reichtum der Nationen, wie viel mehr ihre Vollzahl!

Denn ich sage euch, den Nationen: Insofern ich nun der Nationen Apostel bin, bringe ich meinen Dienst zu Ehren, ob ich auf irgendeine Weise sie, die mein Fleisch sind, zur Eifersucht reizen und einige aus ihnen retten möge. Denn wenn ihre Verwerfung die Versöhnung der Welt ist, was wird die Annahme anders sein als Leben aus den Toten?

Wenn aber das Erstlingsbrot heilig ist, so auch der Teig; und wenn die Wurzel heilig ist, so auch die Zweige. Wenn aber einige der Zweige herausgebrochen worden sind und du, der du ein wilder Ölbaum warst, unter sie eingepfropft und der Wurzel und der Fettigkeit des Ölbaumes mit teilhaftig geworden bist, so rühme dich nicht gegen die Zweige! Wenn du dich aber gegen sie rühmst – du trägst nicht die Wurzel, sondern die Wurzel dich.

Du wirst nun sagen: Die Zweige sind herausgebrochen worden, damit ich eingepfropft würde. Richtig; sie sind herausgebrochen worden durch den Unglauben; du aber stehst durch den Glauben.

Sei nicht hochmütig, sondern fürchte dich! Denn wenn Gott die natürlichen Zweige nicht geschont hat, wird er auch dich nicht schonen.

1 Kommentar zu Der Kirchentag und die messianischen Juden

  1. Hier einmal eine ganz einfache Antwort. Der Leib Christi, die Gemeinde, besteht aus Juden und Heiden, welche an Christus glauben.
    Weder aus Messianischen Juden noch aus Heidenchristen, sondern aus Christen in der Einheit des Leibes Christi. Alles andere ist nichts als religiöser Quatsch, von sogenannten Quatschkopfchristen in sinnlosen, weltweiten Zusammenschlüssen.

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