Die kommende Reformation

Seit einiger Zeit herrscht in den verschiedensten christlichen Kreisen Aufbruchsstimmung. Man sucht Menschen für Gott zu gewinnen und es gibt die unterschiedlichsten Ansätze dahin. Die einen beten für Europa, andere ziehen einfach los und gehen auf die Straße, wieder andere bemühen sich um die Lehre. Bei alldem fällt jedoch auf, dass es ein großer bunter Blumenstrauß zu sein scheint. Viele Aktivitäten von ebenso vielen Einzelpersonen und auch Organisationen.

Insbesondere in den sozialen Medien finden wir einen enormen Anstieg an neuen christlichen Bewegungen, welche sich zumeist gegenseitig sehr kritisch gegenüberstehen. Hinzukommt die ständige aggressive Diskussion um die rechte Bibellehre in den christlichen Gruppen.

Aber was will Gott eigentlich mit einer Reformation in unseren Tagen bewirken?

Als Martin Luther die Missstände der Kirche seiner Zeit anklagte, und sein Widerstand sogar bis in die Obrigkeit ging und diese zum Teil gegen den Kaiser vereinte, löste es eine Reformation des Glaubens aus. Am Ende stand die Bibel in deutscher Sprache zur Verfügung und war dem Volk zugänglich. Nun konnte jeder der Lesen konnte, dass Wort Gottes selbst lesen und verstehen lernen. Zu der damaligen Zeit war diese Neuentwicklung ein Erdrutsch für den Glauben und ein Desaster für die etablierte Kirche.

Gott hatte also festgefahrene und manipulative Strukturen aufgebrochen und sein Wort zum einfachen Volk zurückgeführt.

Wenn wir uns die heutige Lage der etablierten Großkirchen bzw. Konfessionen ansehen, erkennen wir ganz ähnliche Muster. Jedoch nicht in Form von Ablasshandel und Sündenvergebung bei genügend Opfergaben, sondern mit Bezug auf verfälschte Lehre und einen starken Abfall von der Wahrheit Gottes.

Damit ist der Abfall in den heutigen Konfessionen, im Sinne der Liberalisierung von Gottes Wort ein Wegbereiter für christliche Sekten. Sie haben das Wort Gottes verlassen und so die Türen für falsche Lehrer und Propheten geöffnet. Diese sind es dann auch, die zu mannigfaltigen Verführungen anleiten und so neue Sekten bilden.

Dabei sind dann leider auch viele, die im Geist angefangen haben und nun leider im Fleisch enden. Weil sie es versäumen sich tatsächlich unter Gottes Wort zu stellen und den Weg der Heiligung nicht zu Ende gehen. Das alles sind heutige Strukturen, welche sich in den letzten Jahren neu entwickelt haben, wobei die sozialen Medien dabei eine tragende Rolle spielen.

Hier ist also auch besonders auffällig, dass die normalen Gemeindestrukturen darunter leiden und die von Gott gewollten Dienste einen Schaden erlitten haben.

Brauchen wir also einen neuen Martin Luther, der uns Gottes Wort zurückbringt?

Wir brauchen zunächstmal wahre Gläubige, die bereit sind sich auf dem Weg zu machen, um ihre Berufung zu leben. Denn Gott möchte in dieser kommenden Reformation seine Gemeinde reinigen und heiligen, damit sie glaubhaft zugerüstet ist, für das gute Werk unter den Heiligen. Und damit sie für das Himmelreich bereitet ist.

Gott bereitet seine Braut für die letzten Tage zu, und das bedeutet die Wiederherstellung seiner heiligen Gemeinde. Damit sind die Dienste gemeint, welche wieder miteinander harmonieren sollen. Denn ein Evangelist ist kein Lehrer und ein Prophet ist kein Evangelist, der fünffältige Dienst ist also eine Art Zusammenspiel von berufenen Christen, die einander zuspielen.

  • Der Evangelist ruft Menschen in die Gemeinde
  • Der Apostel (Älteste) baut und dient der Gemeinde
  • Der Lehrer rüstet die Menschen in der Gemeinde zu (Erkenntnis, Gabenentfaltung)
  • Der Prophet dient den Menschen der Gemeinde in der (persönlichen) Heiligung
  • Der Diakon dient den Menschen der Gemeinde in den sozialen Belangen

Was passiert, wenn diese Dienste bunt durcheinanderlaufen, sehen wir in den sozialen Medien.  Anstatt sich gegenseitig zu befruchten, driften sie auseinander und bekämpfen sich sogar. Evangelisten wollen plötzlich auch Lehren, wobei dann die Berufungen zweckentfremdet werden und Schaden anrichten.

Gott möchte diese Dinge korrigieren und wieder funktional machen, sodass ein großer Segen entstehen kann. Entfalten sich die Dienste, so wie Gott es ursprünglich gewollt hat, werden viele Menschen den vorgezeichneten Weg auch im Segen zu Ende gehen können, ohne unterwegs hängen zu bleiben und zu straucheln.

Mit Blick auf die letzten Tage und die Wiederkunft Jesu ist die Gemeinde dann nicht nur geheiligt, sondern auch gewachsen.

Solche Strömungen lassen sich auch erkennen und es gibt viele treue Gottesdiener, die bereits darin unterwegs sind. Sie sind nur nicht so laut und aufdringlich wie das Chaos, was derzeit rund um dieses Thema vorherrscht.

Die Hauskirchen-Bewegung ist eine davon, aber auch etliche andere Engagements, welche sich um die Dienste und Berufungen kümmern und die eine klare Vision von Gott dazu haben.

Diese Reformation wird eine Reformation der Gläubigen sein, welche sich vor Gott heiligen und demütigen werden. Sie werden ihrer Berufung folgen und miteinander arbeiten, und nicht zuletzt werden sie zur heiligen Braut Jesu geschmückt sein.

Daniel 12,4
Und du, Daniel, halte die Worte geheim und versiegle das Buch bis zur Zeit des Endes! Viele werden suchend umherstreifen, und die Erkenntnis wird sich mehren.


 

6 Kommentare zu Die kommende Reformation

  1. Amen, so sehe ich das auch. Zunächst müssen die Dienste wieder die Autorität haben und die Gemeinde, das Volk Gottes zurüsten und aufbauen dürfen. Dann wird die Bewegung der Heiligen beginnen, das ist die Zeit, wenn einfache Leute, wie du und ich im Dienst mit Autorität ausgerüstet das Werk Jesu in der Welt, im Reich Gottes zu Ende bringen – das ist eine Reformation, die wir brauchen.

  2. Jesus ist der Wiederhersteller (re-formare, wiederherstellen) des Friedens mit Gott. Er ist im eigentlichen Sinn der Reformator, ER birgt mit seiner Lehre sozusagen die Gefahr der Deinstallation religiöser Formen in sich und wurde deshalb von der damaligen „Geistlichkeit“ kritisch beäugt, als bedrohlich eingestuft und letztendlich zur Ermordung freigegeben.

    Unterschiedlichste religiöse Ideenlehren beeinflussten in der Folge menschliches Verhalten, Handeln, Denken und Fühlen auswirkend auf ökonomische, politische, wirtschaftliche und soziale Gesellschaftsprozesse.
    Der Bildung klerikaler, institutioneller Gemeindeform folgt unabwendbar religiöse, kollektive Hurerei mit den jeweiligen Macht- Systemen.
    Aus diesem „falsche Bewußtsein“ oder Grundlagenkrise der gesellschaftlichen Moral wächst und gedeiht der Abfall vom Glauben (2Thess 2,3 Lasst euch von niemandem verführen, in keinerlei Weise; denn zuvor muss der Abfall kommen und der Mensch des Frevels offenbart werden, der Sohn des Verderbens.)

    Die Anpassung der christl. Glaubenslehre an den Zeitgeist (Antichristl. Geist) ist offensichtlich, hier ist nichts reformierbar, der wahre Glaube ist auf breiter Front nicht wiederherzustellen (re-formare). (Lk 18,8 Ich sage euch: Er wird ihnen Recht schaffen in Kürze. Doch wenn der Menschensohn kommen wird, wird er dann Glauben finden auf Erden?)

    Institutionslose, Klerus-unabhängige Hauskirche/Einfache Gemeinde/Hausgemeinde leben ist Reformation, ist gelebte Wiederherstellung zum ursprünglichen Glauben gesondert, sowie gemeinschaftlich.

  3. Bernd: „welche sich vor Gott heiligen“ und „ist die Gemeinde dann nicht nur geheiligt, sondern auch gewachsen.“und an einer anderen Stelle: “werden sie zur heiligen Braut Jesu geschmückt sein“

    Richard Schutty: 8. APRIL 2017 UM 14:22 „Dann wird die Bewegung der Heiligen beginnen,“

    Aus grammatikalischer Sicht sind o.a. heilige Begrifflichkeiten nichts weiter als „schwache Verben“ oder „substantivierte Adjektive“ femininer bzw. maskuliner Art im Plural oder auch im Singular.

    Wenn ich die Statements von Bernd und Richard richtig deute, sehen sich beide als geheiligte, heilige Männer resp. Heilige.

    Gibt es in dieser „Heiligkeit“ Unterschiedlichkeiten oder Abstufungen…….?

    Ist die Begrifflichkeit „ heilig“ steigerungsfähig……………..? , wie zum Beispiel heilig………, heiliger…………., am heiligsten…………?

    Nun denn……………………..

    • Heiligen meint den Weg der Heiligung auch zu Ende gehen, was viele heute nicht mehr machen. Und das bedeutet in der Regel sich unter Gottes Hand zu demütigen und sein eigenes Ich und Ego abzugeben. Davon mal abgesehen, nennt uns die Bibel auch Heilige und den Leib Christi als Braut, also Begriffe die die Bibel kennt und selbst nennt. Ob es Unterschiede in der Heiligkeit gibt vermag ich nicht zu beurteilen, aber Unterschiede in der Heiligung wohl schon. Je nachdem, wie man sich der Heiligung hingibt und Gott erlaubt an sich zu arbeiten und den Prozess der Heiligung auch annimmt und zu Ende bringt. Wobei Heiligung in einem gewissen Rahmen nie ganz aufhört, da wir Lernende sind und Gott im Laufe der Zeit im besser kennenlernen. Die Heiligung unserer Persönlichkeit scheint mir hier aber sehr wichtig zu sein. Denn wir müssen Christus anziehen und die Welt ausziehen, und dazu gehört alles was die Welt an Unrat in uns hinterlassen hat.

      In diesem Sinn darf ich für mich annehmen, dass ich vor Gott heilig und für ihn geheiligt bin. Es geht dabei nicht um eine Einstufung der Heiligkeit, sondern darum, in der eigenen Läuterung fertig zu sein und so den Status geheiligteinzunehmen. Geheiligt sein bedeutet, dass Gott uns auch so sehen kann und dann auch in unsere Berufung aussenden kann.

  4. Eine Reformation der Gläubigen oder eine Bewegung der Heiligen kann nur in Richtung Erwartung gehen.

    „Lebt in der Erwartung des großen Tages, den Gott heraufführen wird! Tut das Eure dazu, dass er bald kommen kann“ (2Petr 3,12 Gute Nachricht).

    „indem ihr die Ankunft des Tages Gottes erwartet und beschleunigt,…..( 2Petr 3,12 Eberfelder)

    „die ihr das Kommen des Tages Gottes erwartet und erstrebt“ (2Petr 3,12 Luther 1984)

    „So erwartet ihr diesen Tag, an dem Gott kommt, und tut alles dazu, dass er nicht mehr lange auf sich warten lässt“ ( 2Petr 3,12 Hoffnung für alle)

    „die ihr das Kommen des Tages Gottes erwartet und ihm entgegeneilt“ (Lutherübersetzung 2017)

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