Eine Auslegung von Matthäus 13,1-8.24-30

Gleichnis vom Sämann

An jenem Tag aber ging Jesus aus dem Haus hinaus und setzte sich an den See. Und es versammelten sich große Volksmengen um ihn, so dass er in ein Boot stieg und sich setzte; und die ganze Volksmenge stand am Ufer. Und er redete vieles in Gleichnissen zu ihnen und sprach: Siehe, der Sämann ging hinaus zu säen; und indem er säte, fiel einiges an den Weg, und die Vögel kamen und fraßen es auf.

Anderes aber fiel auf das Steinige, wo es nicht viel Erde hatte; und sogleich ging es auf, weil es nicht tiefe Erde hatte. Als aber die Sonne aufging, wurde es verbrannt, und weil es keine Wurzel hatte, verdorrte es. Anderes aber fiel unter die Dornen; und die Dornen sprossen auf und erstickten es. Anderes aber fiel auf die gute Erde und gab Frucht: das eine hundert-, das andere sechzig-, das andere dreißigfach.

Hört nun ihr das Gleichnis vom Sämann:

Sooft jemand das Wort vom Reich hört und nicht versteht, kommt der Böse und reißt weg, was in sein Herz gesät war; dieser ist es, bei dem an den Weg gesät ist. Bei dem aber auf das Steinige gesät ist, dieser ist es, der das Wort hört und es sogleich mit Freuden aufnimmt; er hat aber keine Wurzel in sich, sondern ist nur ein Mensch des Augenblicks; und wenn Bedrängnis entsteht oder Verfolgung um des Wortes willen, nimmt er sogleich Anstoß.

Bei dem aber unter die Dornen gesät ist, dieser ist es, der das Wort hört, und die Sorge der Zeit und der Betrug des Reichtums ersticken das Wort, und er bringt keine Frucht. Bei dem aber auf die gute Erde gesät ist, dieser ist es, der das Wort hört und versteht, der wirklich Frucht bringt; und der eine trägt hundert-, der andere sechzig-, der andere dreißigfach.

Gleichnis vom Unkraut des Ackers

Ein anderes Gleichnis legte er ihnen vor und sprach: Mit dem Reich der Himmel ist es wie mit einem Menschen, der guten Samen auf seinen Acker säte. Während aber die Menschen schliefen, kam sein Feind und säte Unkraut mitten unter den Weizen und ging weg.

Als aber die Saat aufsprosste und Frucht brachte, da erschien auch das Unkraut.

Es kamen aber die Knechte des Hausherrn hinzu und sprachen zu ihm: Herr, hast du nicht guten Samen auf deinen Acker gesät? Woher hat er denn Unkraut? Er aber sprach zu ihnen: Ein feindseliger Mensch hat dies getan. Die Knechte aber sagen zu ihm: Willst du denn, dass wir hingehen und es zusammenlesen?

Er aber spricht: Nein, damit ihr nicht etwa beim Zusammenlesen des Unkrauts gleichzeitig mit ihm den Weizen ausreißt. Lasst beides zusammen wachsen bis zur Ernte, und zur Zeit der Ernte werde ich den Schnittern sagen: Lest zuerst das Unkraut zusammen, und bindet es in Bündel, um es zu verbrennen; den Weizen aber sammelt in meine Scheune!

Um den Vers 30 korrekt auszulegen, müssen wir uns das Kapitel 13 genauer ansehen, um die richtigen Zusammenhänge herzustellen. Es beginnt mit dem Gleichnis vom Sämann, welches beschreibt wie die Aussaat aufgenommen wird. Der Sämann ist Jesus selbst und die Aussaat ist das Evangelium. Die Aussaat (das Evangelium) wird nun weit ausgestreut und fällt auf vier verschiedene Bodenarten. Den Weg, auf felsigen Boden, unter die Dornen und auf gutes Land. Alle diese Bodenarten ergeben auch unterschiedliche Ergebnisse.

Das Wort das auf den Weg fällt betrifft Menschen die es nicht verstehen. Das Wort das auf felsigen Boden fällt betrifft Menschen die das Wort zwar begeistert aufnehmen, aber bei Bedrängnissen sofort wieder aufgeben. Das Wort das unter die Dornen fällt betrifft Menschen die sich durch die Sorgen des Alltags und des Reichtums ablenken lassen und so keine Frucht bringen. Und das Wort das auf den guten Boden fällt betrifft Menschen die das Wort aufnehmen, verstehen und danach handeln und so vielfache Frucht bringen.

Hier finden wir schon Hinweise auf das Unkraut wieder, das nebenher mitwächst. Denn wir wissen nicht ob sich Menschen aus den ersten drei Bodenarten nicht doch weiterentwickeln und so zu guten Weizen werden. Gott gibt viel Gnade und Chancen.

Aber damit noch nicht genug, das Gleichnis vom Unkraut des Ackers geht noch tiefer und beschreibt uns was noch geschieht. Jesus beschreibt einen Menschen der guten Samen auf seinen Acker sät. Dies bezieht sich auf ihn selbst, wobei der Acker die Erde ist und die Saat das Wort. Während aber die Menschen schliefen kam sein Feind und säte Unkraut unter den guten Samen. Das nimmt Bezug auf den Satan, der durch falsches Saatgut versucht den guten Samen zu unterdrücken oder gar kaputt zu machen. Das falsche Saatgut ist dabei das falsche Wort der Prophetie, der Irrlehre und falsche Christen, sowie der Widerstand durch Atheisten usw.

Auf die Frage seiner Jünger ob sie das Unkraut auslesen sollen, befiehlt Jesus ihnen das Unkraut stehen zu lassen, bis zur Zeit der Ernte. Auch hier finden wir einerseits das Prinzip der Gnade und der Chancen wieder, da das Unkraut Menschen betrifft, die sich noch wandeln können. Es bleibt also bis zum Schluss eine Chance für jeden offen.

In der praktischen Umsetzung finden wir zwei Ereignisse dazu wieder. Das ist die Entrückung und Jesu Wiederkehr. Auf die Entrückung hin muss es eine Trennung von Spreu und Weizen geben, da andernfalls eine Vermischung stattfinden würde. Und so trennt sich die Welt von der wahren Gemeinde Jesu, die dann entrückt wird.

Bei Jesu Wiederkehr finden wir diese Umsetzung ein zweites Mal, jedoch wird dieses Mal nicht die Gemeinde entrückt, sondern Jesus kommt auf die Erde um seine Herrschaft einzunehmen. Die Folge daraus wird sein, dass die weltlichen Reiche aufhören und gerichtet werden und kein ungläubiger Mensch überleben wird. Der Unterschied wird deutlich, bei der Entrückung bleibt die Welt zurück, bei der Wiederkehr Jesu wird die Welt gerichtet und die Märtyrer werden zusammen mit den dann noch überlebenden gläubigen Überresten wieder auferstehen und mit ins Tausendjährige Friedensreich eingehen.

In den Endgerichten finden wir dann auch den Ausspruch Jesu wieder, worin das Unkraut zur Erntezeit hin verbrannt werden wird. Das Verbrennen ist hier eine Deutung auf das Gericht hin zu verstehen. Während der gute Weizen (Die Kinder Gottes) in die Scheune (den Himmel) gesammelt werden.

3 Kommentare zu Eine Auslegung von Matthäus 13,1-8.24-30

  1. Mit dem sogenannten tausendjährigen Friedensreich Jesu, wie es allgemein so dargestellt wird, habe ich offen gesagt meine Schwierigkeiten.

    Warum sollte Jesus auf dieser gefallenen Welt, persönlich nochmals eine so lange Zeitspanne „leiblich“ anwesend sein und regieren wollen. Wo wäre z.B. sein Regierungssitz…………? Wie würden seine wirtschaftlichen, politischen, sozialen und Gesetzes- Vorgaben…………….., aussehen und wer oder was sorgte für Umsetzung derselben………..?

    • Lieber Hans-Otto,

      Jesus sagt uns das sein Reich nicht von dieser Welt ist. Und wenn er wiederkommt werden die weltlichen Reiche aufhören und sein Reich wird eingesetzt. Es ist ein Reich des Friedens und der Liebe.

      Jesaja 2,2-4
      Und es wird geschehen am Ende der Tage, da wird der Berg des Hauses Jehovas feststehen auf dem Gipfel der Berge und erhaben sein über die Hügel; und alle Nationen werden zu ihm strömen. Und viele Völker werden hingehen und sagen: Kommt und laßt uns hinaufziehen zum Berge Jehovas, zum Hause des Gottes Jakobs! Und er wird uns belehren aus seinen Wegen, und wir wollen wandeln in seinen Pfaden. Denn von Zion wird das Gesetz ausgehen, und das Wort Jehovas von Jerusalem; und er wird richten zwischen den Nationen und Recht sprechen vielen Völkern.

      Er wird regieren und Weisungen sowie Gesetze geben.

      Schau dir mal mein Video zum Thema Tausendjähriges Friedensreich an.

  2. Wir leben noch in der Zeitspanne der Gnade, d.h. Jesus Geist regiert zur Zeit bereits. Jesus sitzt zur Rechten Gottes auf dem Thron, oder habe ich hier etwas Falsches verstanden.

    Der Mensch kann heute wählen zwischen Tod und Leben. Wenn Jesus wiederkommt, am Tag des Gerichts sind die „Würfel“ für die Welt bereits schon gefallen, und zwar am Kreuz von Golgatha.

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