Filmbesprechung “Passengers” (2016)

Diese Filmbesprechung betrachtet den spannenden Science-Fiction-FilmPassengers (2016) aus christlicher Sicht. Aber auch dieser sehenswerte Film transportiert Botschaften, die bei uns Christen zumindest Stirnrunzeln verursachen sollte. Davon später mehr.

1. Handlung: Eigentlich sollten alle 5.000 Passagiere und 258 Besatzungsmitglieder an Bord des riesigen, interstellaren Raumschiffs „Avalon“ für 120 Jahre lang im Hyperschlaf verbleiben, bis sie auf ihrem neuen Heimatplaneten “Homestead II” ankommen. Dieser soll von den Reisenden besiedelt werden.  “Homestead” heißt die amerikanische Firma, die das Raumschiff gebaut und alles organisiert/finanziert hat.

Durch eine Fehlfunktion seiner Schlafkammer wird der Mechaniker James „Jim“ Preston (Chris Pratt) jedoch schon nach 30 Jahren geweckt – 90 Jahre zu früh. Solch eine Fehlfunktion ist noch nie vorher vorgekommen. Eine Hyperschlaf-Maschine gibt es auf dem Raumschiff nicht und auch die Krankenstation kann nicht so umgerüstet werden, dass jemand wieder in den Hyperschlaf zu versetzen wäre. Jim sitzt auf dem Raumschiff fest.

Jim versucht lange vergeblich, in die Mannschaftsräume zu kommen, um dort Hilfe zu kriegen. Gesellschaft leistet ihm lediglich der Barkeeper-Android Arthur (Michael Sheen), der seine Bar aber natürlich nicht verlassen kann und kein Mensch ist. Schließlich findet er sich mit seinem Schicksal ab und verbringt etwa 1 Jahr lang mit Vergnügungen, weil der Barkeeper ihm geraten hat: „Denk nicht so verbissen daran, wo Du lieber wärst. Mach das Beste aus dem, wo Du gerade bist. Hör auf, Dir Sorgen zu machen über etwas, das Du nicht kontrollieren kannst. Leb` ein bisschen!“

Schließlich wird Jim`s Einsamkeit so drückend, dass er kurz vor einem Selbstmord steht. In dieser Situation wird er auf die schlafende Journalistin Aurora Lane (Jennifer Lawrence) aufmerksam und verliebt sich in sie. Nach wochenlangen inneren Kämpfen weckt er sie aus dem Hyperschlaf, ohne ihr zu berichten, dass er es gewesen ist. Aurora hat ein Hin- und Rückflugticket und will ein Jahr lang über die neu entstehende Kolonie auf „Homestead II“ berichten, um dann auf die Erde zurückzukehren und über ihre Erfahrungen und Entdeckungen zu berichten.

Nach einiger Zeit muss sich auch Aurora damit abfinden, dass sie nicht wieder in den Hyperschlaf kommen kann, und auf dem Raumschiff festsitzt. Von da ab fängt Jim an um sie zu werben und die beiden werden ein Paar. Arthur erzählt Aurora jedoch, wer sie geweckt hat, woraufhin Aurora Jim hasst, nichts mehr mit ihm zu tun haben will und ihn am liebsten umbringen würde.

Inzwischen häufen sich auf dem Raumschiff die Fehlfunktionen: Reinigungsroboter zeigen seltsames Verhalten, es gehen immer wieder Roboter kaputt, der Fahrstuhl bleibt stehen, Türen klemmen tagelang und als Aurora einmal schwimmen geht, fällt die künstliche Schwerkraft komplett aus. Aus dem Wasser im Schwimmbecken wird eine riesige Blase, aus der Aurora beinahe nicht mehr herausgekommen und dabei fast ertrunken wäre.

Schließlich wird Decksoffizier Gus Mancuso (Laurence Fishburne) ebenfalls durch eine Fehlfunktion des Raumschiffs aus dem Hyperschlaf geweckt. Da seine Schlafkammer jedoch vollkommen durchgebrannt ist, ist er zu schwer verletzt und stirbt bereits am nächsten Tag. Aber durch die ID des Offiziers können Jim und Aurora alle Bereiche des Raumschiffs betreten und finden die Ursache für die Fehlfunktionen: Auf der Reise hat ein großer Komet das Schutzschild und den Reaktor-Computer durchschlagen. Das Schiff ist buchstäblich leck geschlagen und wird in Kürze auseinanderfallen.

Jim und Aurora können das Loch stopfen und den Reaktor neu hochfahren. Beim Entlüften des Reaktorraums wird Jim jedoch aus dem Raumschiff geschleudert und stirbt, weil sein Raumanzug undicht ist. Aurora gelingt es ihn wieder zurückzubringen und in der Krankenabteilung zu reanimieren.

Obwohl Jim durch Umbau des medizinischen Scanners und mit Hilfe des automatischen Doktors Aurora wieder in den Hyperschlaf versetzen könnte, entscheidet sie sich bei ihm zu bleiben und ihr Leben mit ihm auf dem Raumschiff zu verbringen.

Als Passagiere und Besatzung endlich am Planeten “Homestead II” ankommen, aus ihrem Hyperschlaf geweckt werden und Captain Norris (Andy Garcia) mit seiner Crew das Atrium betritt, haben Jim und Aurora das Innere des Raumschiffs in einen blühenden Garten verwandelt. Sie selbst sind natürlich längst gestorben. Ob sie Kinder gehabt haben, ist nicht zu erkennen.

2. Anmerkungen: Der Film “Passengers” passt in mehrere Kategorien: Rahmen des Films ist klar Science-Fiction; denn alles spielt auf einem interstellaren Raumschiff. Es soll eine neue Welt besiedelt werden, was aus dem Film ein Abenteuer macht. Zwischen den beiden Hauptdarstellern entwickelt sich eine Romanze, so dass der Film auch eine „Lovestory“ ist.

Zwei Begriffe deuten schon darauf hin, dass das Raumschiff nicht nur eine Wohnstätte für Jim sein wird, sondern dass er dort auch sein Ende finden wird: Die Erbauerfirma, „Homestead“, bedeutet übersetzt so viel wie „Heimstätte“ und meint ein Bauernhaus mit seinen umliegenden Gebäuden. Der Name des Raumschiffs, „Avalon“, bedeutet „Apfel“ und ist ursprünglich der Name der letzten Ruhestätte von König Artus – hier wohl der letzten Ruhestätte von Jim.

Aber eigentlich gehört der Streifen klar in die Rubrik der Robinsonade. Im Gegensatz zum Original „Robinson Crusoe“ von Daniel Defoe wird im Film “Passengers” die Handlung weit in die Zukunft gelegt. Die Menschheit hat dann angeblich schon viele interstellare Flüge absolviert und ist dabei, gerade einen weiteren Planeten zu besiedeln.

Beide Robinsonaden verwenden viel Zeit darauf, die drückenden Auswirkungen von Einsamkeit sehr plastisch darzustellen. Gerade Robinsonaden bergen in sich die große Chance zu zeigen, dass wir Menschen ohne Gott immer ein drückendes Vakuum in unseren Herzen haben. In früheren Zeiten stellte man sich dabei vor, ganz allein auf einer einsamen Insel zu sein. Dort sind alle ablenkenden Dinge ausgeblendet und man muss sich den eigentlichen Bedürfnissen des Menschen stellen. Heute erfüllt die Reise durchs schier unendliche Weltall denselben Zweck. Weder eine Insel, die einem früher (fast) alles zum Leben bieten konnte, noch die beste Ausrüstung eines hypermodernen, riesigen Raumschiffs heute kann jedoch drüber hinwegtäuschen, dass wir Menschen sehr genau wissen, dass uns etwas Wesentliches fehlt im Leben.

Fragt man andere, was sie alles auf eine interstellare Reise mitnehmen würden, auf der sie u. U. ein Leben lang ganz allein sein würden, so antworten sie meist auch „Die Bibel“. Das zeigt schon, dass wir instinktiv spüren, dass wir uns mit all den Dingen und Menschen, mit denen wir uns umgeben, eigentlich nur von dem Eigentlichen ablenken.

In “Passengers” kann Jim’s Einsamkeit durch Aufwecken von Aurora gelöst werden. Jetzt ist er nicht mehr allein und kann sich mit seiner Freundin ein Leben lang auf einem bestens ausgestatteten Raumschiff vergnügen. Robinson dagegen muss in seiner drückenden Einsamkeit erst einmal zu Gott finden, bevor er „Freitag“ begegnet und schließlich wieder in die menschliche Gemeinschaft zurückkehren kann und darf.

Passengers” beantwortet das Problem Einsamkeit also mit der Botschaft, dass ein Mann lediglich eine Frau braucht, in die er sich verliebt und die seine Liebe erwidert, um nicht mehr allein zu sein. Das ist die typische, romantische Botschaft, mit der „Hollywood“ uns schon seit Jahrzehnten nervt. So gern wir uns so etwas auch „andrehen“ lassen, so falsch ist es doch.

Die Frage der Einsamkeit wird in “Passengers” damit ein wenig anders als in „Cast Away“ („Verschollen“) beantwortet. Dennoch ist die Antwort hier wie dort grundfalsch. Und damit erweist “Passengers” uns einen Bärendienst; denn viel von den Dramen und Katastrophen, die wir durchleben müssen, sollen uns eigentlich zu Gott hinführen – und nicht zu einem Partner. Das ist eine nachrangige Angelegenheit; denn zuerst müssen wir Gott finden, dann hilft ER uns, auch einen Partner fürs Leben zu finden und regelt alles andere auch noch.

Durch das Setting des Films drängt sich einem regelrecht das Bild von Adam und Eva im Paradies auf. Auch sie waren die einzigen Menschen weit und breit, die niemals die Chance hatten, andere Menschen um sich her zu haben – außer ihre eigenen Kinder.

Interessanterweise begeht Jim auch genau den Fehler, den Adam im Paradies gemacht hat: Adam entschied sich für seine Frau und kehrte Gott dabei den Rücken zu. So konnte er durch Eva zur Sünde verführt werden. Dies ist ein oft übersehener Punkt unter Christen, der in der Regel einfach totgeschwiegen wird. Wie könnte man das im Zeitalter des Feminismus auch wagen? Paulus drückt es aber trotzdem so aus:

„Eine Frau soll in der Stille lernen, in aller Unterordnung. Ich erlaube aber einer Frau nicht, zu lehren, auch nicht, dass sie über den Mann herrscht, sondern sie soll sich still verhalten. Denn Adam wurde zuerst gebildet, danach Eva. Und Adam wurde nicht verführt, die Frau aber wurde verführt und geriet in Übertretung; sie soll aber bewahrt werden durch Kindergebären, wenn sie bleiben im Glauben und in der Liebe und in der Heiligung samt der Zucht.“ (1. Tim. 2,11-14).

Natürlich weiß ich auch, dass diese Verse oft missbraucht wurden, um Frauen zu unterdrücken. Und zitieren Sie diese Verse heute mal einer Firmen-Chefin! Diesen Fehler macht man nur einmal …

Ich kenne auch kaum eine Frau, die sich die oben zitierten Bibelverse überhaupt einmal durch den Kopf gehen lassen würde – selbst Christinnen nicht. In unserer Zeit ist offenbar viel von dem Miteinander zwischen Mann und Frau zerstört worden, was zu Paulus Zeiten wohl noch selbstverständlich war.

Darüber hinaus wird uns allen heute ständig eingebläut, dass Frauen und Männer gleichberechtigt seien, wobei stillschweigend impliziert ist, dass beide Geschlechter gleiche Fähigkeiten und Aufgaben haben würden. Das ist aber falsch. Frauen sind bereits seit der Schöpfung anders, haben andere Fähigkeiten und Interessen als Männer und sollten in dem bleiben, was Gott ihnen als Hauptaufgabenfeld zugewiesen hat. Daran mangelt es heute sehr. Meiner Meinung nach ist das die schlimmste Krankheit unserer Gesellschaft und ich denke, dass sie am Ende genau daran zugrunde gehen wird.

Wenn man andere Stellen in den biblischen Briefen betrachtet, in denen Paulus Frauen sehr hoch lobt, dann merkt man, dass er es nicht negativ gegen Frauen gerichtet gemeint haben kann. Anstatt hier aber eine Bibelarbeit über diese Stelle zu beginnen, möchte ich lediglich einen Aspekt herausgreifen: Es ist ein schwerer Fehler, wenn ein Mann eine Frau über Gott stellt. Wie gesagt war das genau der Fehler, den Adam begangen hat, bevor Eva ihn zur Sünde verführen konnte. Es ist sozusagen die Geburtsstunde des Feminismus. Nicht umsonst warnt Paulus mit ziemlich harschen Worten davor, dass Frauen ihre natürliche, von Gott gegebene Stellung verlassen und sich zum Herrscher über Männer aufspielen wollen. Das führte und führt immer zu Katastrophen. Andererseits dürfen Männer (ihre) Frauen auch nicht über die Beziehung zu Gott stellen, auch wenn viele heutige „romantische“ Vorstellungen das sehr nahelegen. Es ist immer ein schwerer Fehler. Zuerst kommt Gott, dann die Beziehung zur eigenen Frau und danach erst alles andere im Leben.

Im Film bauen sich Jim und Aurora im Laufe ihres Lebens im Raumschiff ihr eigenes Paradies. Es beginnt mit einem Baum, den Jim im Boden des Atriums anbaut. Aurora ist sehr angetan und ahnt, wie es weitergehen wird. Wieder ein ziemlich unverblümter Hinweis darauf, dass wir Gott angeblich nicht brauchen würden. In Wahrheit kann nur Gott uns das Paradies schaffen bzw. wiederbeschaffen. Der Film verneint das einfach und setzt den Menschen an Gottes Stelle.

Passengers” glänzt weiterhin durch komplettes Ignorieren von Gott. Damit wird die Flucht des modernen Menschen vor Gott stillschweigend zum Normalfall erklärt. Angeblich handelt es sich lediglich um einen Unfall, der Jim aus dem Hyperschlaf aufweckt. Alles ist nicht vorhersehbar oder abwendbar gewesen, wobei aber eine daraus folgende Katastrophe allein schon von zwei Passagieren erfolgreich abgewendet werden kann. Wozu braucht man also Gott?

Aus christlicher Sicht macht “Passengers” den Menschen zum Maß aller Dinge und blendet Gott komplett aus. Wieder haben wir es mit einem recht teuren Film zu tun (Produktionskosten 90 Millionen US-Dollar!), der uns den Weg zu Gott verbaut, indem er uns auf eine Partnerschaft mit einem anderen Menschen verweist und es dabei belässt.

Außerdem wird in “Passengers” behauptet, dass die Menschheit derart entwicklungsfähig sei, dass sie eines Tages wohl alle Probleme werde lösen können. Unwillkürlich fragt man sich: Wenn man schon bald andere Planeten besiedeln wird können, was sollte uns dann noch unmöglich sein? Auch hierin hört man die alte Lüge der Schlange: „Ihr werdet sein wie Gott.“ (1. Mose 3,4).

Robinson in Daniel Defoe’s Original-Roman dagegen erkannte, dass er vor Gott davongelaufen war und sein Aufenthalt auf der Insel eine Strafe Gottes darstellte. Als Folge merkte Robinson, dass ihm eine Beziehung zu Gott fehlte. Er stellte sich Gott, bereute seine Sünden und bat Jesus in sein Herz. So fand er das Wichtigste im Leben. Bei allem drum und dran ist das die eigentliche Botschaft Daniel Defoes.

Immerhin wird im Film nicht behauptet, dass das Problem des Todes in der Zukunft lösbar wäre. Zwar wird Jim durch den medizinischen Scanner reanimiert, aber es stirbt nicht nur der Decksoffizier, sondern die Hauptdarsteller können ihr Leben auch nicht künstlich verlängern, sondern sterben schließlich an Altersschwäche. Hier wird lediglich die übliche Botschaft am Ende des Films mündlich eingespielt, dass Jim und Aurora ein wunderbares Leben gehabt und das Beste draus gemacht hätten, was überhaupt nur herauszuholen gewesen wäre.

Aber das ist wieder eine grobe Verkürzung und Leugnung dessen, dass wir alle das ewige Leben haben können, wenn wir uns nur um den Aufbau einer Beziehung zu dem kümmern würden, der gesagt hat: „Ich bin … das Leben.“ (Joh. 14,6). Warum sollten wir unsere Zeit damit vertun, in Science-Fiction-Träumen von einer fast schon allmächtigen Menschheit zu schwelgen, die einmal fast alles bewältigen kann, wenn wir alle gar nicht mehr sterben müssen? Das will mir einfach nicht einleuchten.

Daher kann ich “Passengers” nur sehr bedingt empfehlen. Es ist ein spannender Film, dessen Szenen einem teilweise den Atem nehmen können, aber er ist qualitativ nicht sehr hochwertig, weil er moderne Lügen bedient, die uns von dem Eigentlichen ablenken – ja, es uns sogar verbauen.

Hinterlasse jetzt einen Kommentar

Kommentar hinterlassen

E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.


*


CommentLuv badge