Filmbesprechung zu Pixars Film „Alles steht Kopf“

Ein erster Versuch, den Film aus christlicher Sicht zu sehen.

Inhalt: In dem spannenden und lustigen Familienfilm „Alles steht Kopf“ (“Inside Out”) aus den Pixar-Studios (im Verleih von Disney) steuern fünf Gefühle (Emotionen) das elfjährige Mädchen “Riley”.

Im Hauptquartier, dem Kontrollzentrum im Kopf der elfjährigen Riley, leisten sie Schwerstarbeit: Angeführt von der optimistischen FREUDE, die Riley immer nur glücklich sehen möchte, sorgt sich ANGST ständig um Riley’s Sicherheit, während WUT auf der Suche nach Gerechtigkeit bisweilen die Hutschnur platzt. Und die aufmerksame EKEL schützt den Teenager davor, sich körperlich oder mental zu vergiften. Nur die unglückliche KUMMER weiß nicht so Recht, was ihre Aufgabe ist, und wird ständig von FREUDE abgedrängt.

Als Riley’s Familie eines Tages vom Land in eine fremde große Stadt zieht, sind die Emotionen gefragt, Riley durch die bislang schwerste Zeit ihres Lebens zu helfen. Aber als FREUDE und KUMMER durch ein Missgeschick tief im Gedächtnis des Mädchens verschwinden, bekommen die anderen drei Emotionen das Chaos nicht in den Griff, sondern begehen Fehler auf Fehler, so dass nach und nach alle Kontakte Riley’s zur Außenwelt abreißen, sie von zu Hause ausreißt und allein nach Montana zurück will.

FREUDE und KUMMER haben versehentlich wichtige Kernerinnerungen von Riley mitgenommen und müssen diese nun unbedingt ins Hauptquartier zurückbringen, wenn sie nicht für immer verloren gehen sollen. Es beginnt eine aufregende Reise durch ihnen unbekannte Hirnregionen wie das Langzeitgedächtnis, das Fantasie-Land, das Abstrakte Denken und die Traum- Produktion, die den beiden Emotionen alles abverlangt. Dabei erkennt FREUDE schließlich, dass KUMMER zum Leben dazugehört, ja sogar einen unverzichtbaren Bestandteil darstellt, ohne den die Lebenskrisen nicht gemeistert werden können.

Der Film erhielt von der FBW-Filmjury das Prädikat „besonders wertvoll“ (http://www.fbw-filmbewertung.com/film/alles_steht_kopf ).

Deutung/Interpretation: So bildgewaltig und regelrecht überwältigend der Film auch gemacht ist, so kommen einem doch die ersten Zweifel direkt am Ende; denn dort wird dargestellt, dass die Kern-Erinnerungen mit einem Gemenge aller fünf Emotionen durchsetzt sein müssen, um die Lebenskrisen bewältigen zu können. Sie sehen aus wie ein etwas erweitertes Yin-und-Yang-Zeichen. Völlig Gegensätzliches gehört also angeblich zusammen, um das Leben zu meistern. Nur bei Babys darf FREUDE alles andere dominieren, später müssen alle Gefühle zusammenarbeiten, um zum Erfolg zu führen. Man hat das Gefühl, dass einem hier eine bereits bekannte Binsenweisheit noch einmal grandios vor Augen geführt wird. Aber ist dem wirklich so …?

Ähnlich wie bei Yin und Yang will man uns hier weismachen, dass Gegensätze benötigt werden und zusammengehören. Nur wenn diese in Einklang miteinander gebracht werden, ist man gesund und kann sein Leben erfolgreich bestehen.

Dabei engt bereits diese Sichtweise zu sehr ein. Es sind eben nicht die Gefühle, die den Menschen eigentlich ausmachen. Es stimmt, dass unsere Gefühle im Verbund mit unseren Erfahrungen uns zu einem großen Teil steuern. Das ist jedoch Teil des Problems und nicht die Lösung für unsere Schwierigkeiten. Nur Menschen dieser Welt werden ganz und gar von ihren Emotionen gesteuert und finden das auch normal und gut so. Ihr Ende wird der Feuersee sein und das soll gut und richtig so sein?

Christen wissen, das die Gefühle nicht einmal das kennzeichnende Merkmal des Menschen sind. Die äußerst sympathischen Figuren täuschen darüber hinweg, dass wir noch viel, viel mehr sind, als nur Emotionen, die unseren Körper steuern. Wieder wird der Geist des Menschen einfach geleugnet – als wenn wir nur aus Körper und Seele bestehen würden. Der Körper führt dabei lediglich aus, was die Seele empfindet und wofür sie sich entscheidet. Auch werden hier die Gefühle so stark betont, dass Wille und Verstand in den Hintergrund treten. Letztlich ist aber unser Wille Kern unserer Seele und nicht die Gefühle.

Ganz fehlt auch die Suche nach Gott und dem verlorenen gegangenen Paradies. Das Paradies erscheint im Film als ein Zustand, wo die eigenen Gefühle im Einklang miteinander sind und man in einer Kleinstfamilie geborgen aufwächst. Dieses Schema führt man dann später in einer eigenen Familie fort, so dass man das „Paradies auf Erden“ derart weitergegeben hat.

Auch fehlt das Gewissen völlig. Es wird nicht einmal erwähnt. Stattdessen wird Riley exemplarisch für alle Menschen als in sich gut und schon fast vollkommen dargestellt. Sie muss lediglich noch lernen, mit ihren Gefühlen richtig umzugehen. Und dazu muss ausgerechnet Kummer eine zentrale Rolle spielen, so als ob wir dieses Gefühl unbedingt bräuchten, um unser Leben angemessen führen zu können.

In Wirklichkeit schildert uns die Bibel das Paradies als einen Ort, an dem es keinen Kummer, keine Sorgen und keine Traurigkeit gibt. Der Film macht einen riesigen Strich durch diese Schilderung und behauptet, dass wir alle Emotionen – auch und gerade die negativen – bräuchten, um wirklich zu leben.

Aus biblischer Sicht ist hier von Anfang an alles falsch. In grob fahrlässiger Weise wird hier nicht nur Gott geleugnet, sondern der Mensch wird völlig einseitig dargestellt. Nicht ein einziges mal kommt auch nur eine Andeutung von Gott in dem ganzen Film vor. Er existiert schlicht nicht. Alles dreht sich nur um Riley, die damit exemplarisch für alle Menschen als Maß aller Dinge im Mittelpunkt steht. Dabei geht es nur darum, möglichst viele ihrer Erinnerungen zu bewahren und sie gefühlsmäßig angemessen zu verarbeiten. Solch eine Einstellung führt direkt in den Egoismus hinein, der einer unserer größten Feinde ist und nicht „völlig normal“, wie der Film suggeriert.

Riley lebt in einer Kleinstfamilie, die aus Vater, Mutter und nur einem Kind besteht. Das ist aber nicht das Idealbild, das uns Gottes Wort vor Augen führt. Gott möchte, dass Kinder mit Geschwistern aufwachsen. Dabei hat man manches mal den Eindruck, dass Er viele Kinder mehr als nur bevorzugt. Riley dagegen stellt das modernistische Idealbild dar: eine Familie sollte nur ein Kind haben. Es ist angeblich schwierig genug, dies Kind durchzubringen.

Mit solch einer Grundeinstellung würde die Menschheit nach einigen wenigen Generationen aussterben. Nur wenn wir auf Gott hören, werden wir überleben.

Auch weiterhin gilt Gottes Gebot: „Seid fruchtbar und mehrt euch und macht euch die Erde untertan!“ Der Film suggeriert, dass wir Untertanen unserer Gefühle seien und dass man daran auch nichts ändern könne. Man müsse nur lernen, sie im Gleichgewicht zu halten, dann würde alles gut werden. Das ist aber eine Illusion.

Natürlich stimmt es, dass wir uns selbst und die Erde zerstören, wenn wir weiterhin versuchen, über sie zu herrschen, ohne Gott dabei untertan zu sein. Unser größtes Problem ist aber die Rebellion gegen Gott – insbesondere Sünden wie Habgier und Machthunger. Sie sind es, die uns in Verzweiflung und Verderben stürzen – und nicht die Unausgewogenheit unserer Gefühle.

So gesehen leistet uns der absolut professionell gemachte Film einen Bärendienst und führt uns in die Irre. Wieder geht es nur darum, uns Menschen möglichst geschickt von dem Eigentlichen und Wichtigem abzulenken und uns auf ein falsches Gleis zu setzen.

Das innere Chaos von Riley hätte sie dahin führen müssen, dass sie übernatürliche Hilfe bei Gott sucht und findet. Es hätte sie zu Gott führen müssen. Dann wäre dieser Film „besonders wertvoll“ gewesen. Anschließend hätte der Film darstellen sollen, wie Riley’s Seele (Wille, Gefühle und Verstand) und ihr Körper fortan unter Gottes Herrschaft leben können. Dabei würde zunächst ihr Geist neu gemacht und dann würde der Heilige Geist in sie kommen, um ihr ein Leben mit Gott zu ermöglichen; denn nur die Wahrheit macht frei und nur der Heilige Geist Gottes führt uns in alle Wahrheit.

Dann würden die Tugenden (Frucht des Geistes) in ihr wachsen – als da wären Liebe, Freude, Friede, Langmut, Freundlichkeit, Güte, Treue, Sanftmut und Selbstbeherrschung (Galater 5,22). Gott ist Liebe und sie ist das Maß aller Dinge in unserem Leben. Die Freude kommt erst als zweites, gefolgt von Friede usw.

Selbst wenn unsere Gefühle miteinander in Einklang gebracht werden und wir ein relativ glückliches Leben auf dieser Erde führen können, so leitet unser böses Herz uns immer wieder in alle Untugenden (Werke des Fleisches), als da wären Ehebruch, Unzucht, Unreinheit, Zügellosigkeit; Götzendienst, Zauberei, Feindschaft, Streit, Eifersucht, Zorn, Selbstsucht, Zwietracht, Parteiungen; Neid, Mord, Trunkenheit, Gelage und dergleichen (Galater 5,19-21). Selbst mit einer ausgewogenen Gefühlswelt sind es diese Dinge, die uns von Gott abhalten und die wir ohne Seine Kraft niemals in den Griff bekommen werden. Paulus warnt nicht umsonst: „Wovon ich euch voraussage, wie ich schon zuvor gesagt habe, dass die, welche solche Dinge tun, das Reich Gottes nicht erben werden.“ (V. 21). Wenn wir aber das Reich Gottes nicht erben werden, so werden wir ewig getrennt von Gott vegetieren müssen – und das in unsagbaren Qualen.

Überhaupt ist das sogenannte „Leben“ ohne Gott in dieser Welt nichts weiter als ein Dahinvegetieren. Auch wenn wir soweit alles im Griff haben, so werden wir den letzten und größten Feind unserer Seele, nämlich den Tod, niemals selbst besiegen können.

Gott sei Dank, ER hat es für uns getan und wir brauchen das nur noch als ein Geschenk annehmen. Jesus Christus hat den Tod besiegt, indem er stellvertretend für unsere Schuld gestorben ist. Das sollte ein „besonders wertvoller“ Film darstellen und zu einem Leben mit Gott sollte er uns leiten – und nicht zu einem angeblich ausgewogenen Leben in dieser Welt …

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