Was war der Pfahl im Fleisch von Paulus

Einleitung

Was war der Pfahl im Fleisch von Paulus? War es ein Dämon der eine Krankheit verursachte oder doch nur von Dämonen bewirkte Verfolgungen? Warum drohte Paulus sich zu erheben? War es also eher ein Schutz für Paulus und eine Lektion und hat er es überwunden?

Gehen wir diesen Fragen auf den Grund.

2.Korinther 12,7-9
Auch wegen des Außerordentlichen der Offenbarungen. Darum, damit ich mich nicht überhebe, wurde mir ein Dorn für das Fleisch gegeben, ein Engel Satans, dass er mich mit Fäusten schlage, damit ich mich nicht überhebe. Um dessentwillen habe ich dreimal den Herrn angerufen, dass er von mir ablassen möge. Und er hat zu mir gesagt: Meine Gnade genügt dir, denn meine Kraft kommt in Schwachheit zur Vollendung. Sehr gerne will ich mich nun vielmehr meiner Schwachheiten rühmen, damit die Kraft Christi bei mir wohne.

Auslegung:

Auch wegen des Außerordentlichen der Offenbarungen. Darum, damit ich mich nicht überhebe, wurde mir ein Dorn für das Fleisch gegeben, ein Engel Satans, dass er mich mit Fäusten schlage, damit ich mich nicht überhebe.

Paulus nennt hier die Ursache und Wirkung dessen, was der Pfahl im Fleisch ist. Da ihm außerordentliche Offenbarungen zuteil werden, ist der Engel des Satans ihn ins Fleisch gegeben worden, um seine mögliche Überheblichkeit zu stoppen oder gar nicht erst aufkommen zu lassen.

Das verweist zunächstmal darauf, dass Paulus solche charakterlichen Tendenzen gehabt haben muss, denn sonst hätte Gott nicht so handeln müssen. Also tut Gott dies um Paulus zu bremsen, aber auch um ihn zu schützen und eine Lektion zu erteilen.

Der Engel des Satans ist zweifellos ein Dämon, der von Gott die Erlaubnis bekam Paulus in bestimmten Situationen mit Fäusten zu schlagen. Und da er ihn ins Fleisch gegeben war, muss man davon ausgehen, dass er immer dann, wenn Paulus solche Anwandlungen der Überhebung bekam, diese dämonischen Schläge abbekam.

Die Bibel sagt uns hier nichts weiter, wie genau diese Schläge ausgesehen haben, oder welche Auswirkungen sie hatten. Aber diese Schläge dürften kurzfristig zu körperlichen Beschwerden geführt haben, z. B. Übelkeit und Unwohlsein, welche Paulus dann trafen aber dann nach einer Weile auch wieder abzogen. Diese Schläge kamen ja nur, wenn Paulus diese Überheblichkeit zeigte und somit hatten sie wohl auch nur eine kurze Wirkungszeit.

 Um dessentwillen habe ich dreimal den Herrn angerufen, dass er von mir ablassen möge. Und er hat zu mir gesagt: Meine Gnade genügt dir, denn meine Kraft kommt in Schwachheit zur Vollendung. Sehr gerne will ich mich nun vielmehr meiner Schwachheiten rühmen, damit die Kraft Christi bei mir wohne.

Die Tatsache, dass Paulus den Herrn deswegen dreimal anrief zeigt uns, dass er selbst zunächst nicht wusste was da vor sich ging. Die göttliche Antwort jedoch, zeigt die Lektion auf die Paulus zu lernen hatte.

Paulus hatte es offenbar nötig sein Ego noch mehr zu entäußern und es gab noch Reste seiner alten Persönlichkeit, die eine Neigung zur Überheblichkeit hatten. Immerhin kam er ja ursprünglich aus der Gelehrtenschaft der Sadduzäer und er hatte sicher entsprechende Prägungen und Verhaltensweisen in sich.

„Meine Gnade genügt dir“

Damit sagte Gott ihm zu  das er sich gedulden müsse, bis er diesen Schwachpunkt seiner Selbst überwinden würde. Auch das er Gott vertrauen solle und Gottes Gnade ihn schützen würde.

„Denn meine Kraft kommt in Schwachheit zur Vollendung.“

Gott begründet nun auch warum. Er will das durch Paulus seine Kraft voll zur Entfaltung kommen kann und das geht offenbar nur, wenn Paulus möglichst schwach ist. Schwach im Geist, im Körper oder welche Art von Schwachheit ist hier gemeint?

Die Schwachheit meint hier ganz sicher das eigene Ego, dass sollte vor Gott weichen. Das ICH sollte vom eigenen Thron steigen und Gott das Feld gänzlich überlassen. Damit wird Paulus auch eine Lektion erteilt und er verstand es auch.

„Sehr gerne will ich mich nun vielmehr meiner Schwachheiten rühmen, damit die Kraft Christi bei mir wohne.“

Willig wie er war, beugte Paulus sich umgehend unter den Willen Gottes und befleißigte sich darin möglichst Schwach zu sein, damit die Kraft Gottes reichlich durch ihn Wirken könne. Er verstand was Gott von ihm wollte und er scheint im weiteren Verlauf seines Lebens diese Lektion auch gelernt und überwunden zu haben.

Denn es ist kaum vorstellbar, dass Gott eine solche Lektion für den Rest seines Lebens befahl. Und Gott in seiner Gnade eben auch seine Kinder kennt und weiß was gut für sie ist. Paulus hat in seinem weiteren Leben viele Kraftwirkungen und Wunder Gottes erlebt und noch viele weitere Offenbarungen bekommen. Das zeigt auch, dass die Lektion heilsam war und Paulus auch später nie wieder auf dies Lektion einging. Sein Ego war in Schwachheit verkehrt worden, denn sonst hätte Gott nicht so machtvoll durch Paulus wirken können.

Die Lektion war gelernt und abgeschlossen.

Als Gegenbeispiel dient uns Saul, der erste König Israels, der in Sünde vor Gott fiel und der dann durch einen bösen Geist geängstigt wurde

1.Sam. 16,14-14
Aber der Geist des HERRN wich von Saul, und ein böser Geist vom HERRN ängstigte ihn. Und die Knechte Sauls sagten zu ihm: Sieh, ein böser Geist von Gott ängstigt dich.

Hier ist das Gegenteil sichtbar, es handelt sich um Sünde vor Gott und darum dass Saul dann als König Israels auch verworfen wurde. Die Bestrafung war ein böser Geist, der ihn ängstigte. Also somit keine Lektion war, die Saul heilen und Gott verherrlichen sollte.

Dieser böse Geist blieb auch und konnte bisweilen nur durch die Musik Davids besänftigt werden. Also eher ein unangenehmer Dauerzustand, bis zu seinem Lebensende.

Paulus jedoch wuchs und wurde heil daran und zugleich konnte Gott sich durch Paulus in seinen Taten verherrlichen. Paulus erlitt drei Schiffbrüche, er wurde gesteinigt und musste vieles erdulden, aber in seiner Schwachheit war Gottes Kraft. Er hat nicht nur alles überlebt, sondern er hat die Botschaft des Herrn in Zeichen und Wunder verbreitet.

Und so hatte Paulus seine Lektion gelernt und auch überwunden, im Gegensatz zu Saul, der in seiner Sünde letztlich auch umkam.


4 Kommentare zu Was war der Pfahl im Fleisch von Paulus

  1. Lieber Bernd,
    danke, dass Du wieder einmal ein heißes Eisen anpackst und über den „Pfahl fürs Fleisch“ des Paulus schreibst.
    Sehr gut fand ich auch die Gegenüberstellung mit König Saul. Das ist ganz und gar passend – allein schon, weil sie beide denselben Vornamen haben (Saul von Tarsus und König Saul, Sohn des Kis).
    Trotzdem möchte ich gern drei Dinge anmerken bzw. ergänzen:
    1. Bei deinen Ausführungen sieht es fast so aus, als wenn ein Dämon Zugang zum Körper des Paulus bekommen hätte. Das aber ist unmöglich, weil unser Leib doch ein Tempel des Heiligen Geistes ist (1. Kor. 6,19; 3,16-17) und Dämonen daher keinen Zutritt zu ihm haben können. Der „Pfahl im Fleisch“ ist nur ein Bild, das beschreiben soll, wie schmerzhaft und lästig diese Leiden waren. Ich denke, wir sollten nicht zuviel da hineindeuten.
    2. Mir fehlt an deinem Artikel eine weiträumigere Betrachtung des Textzusammenhangs. Zwar erwähnst Du Paulus Zusammenfassung am Ende dieses Abschnitts (V. 10), aber die Einbeziehung der Beschreibung seiner ganzen Leiden im Dienst beginnt bereits im Kap. 11,23b. Paulus jongliert hier immer zwischen den Polen der Aufzählung seiner Mühen und Leiden im Dienst und andererseits des fleischlichen Rühmens, zu dem die Korinther ihn zwangen. Am Anfang von Kapitel 12 fügt er noch die Entrückung in den 3. Himmel hinzu und kommt dann auf den „Pfahl fürs Fleisch“ zu sprechen.
    Meiner Meinung nach dürfen wir das nun nicht aus den bisherigen Ausführungen des Apostels herausreißen, sondern es handelt sich um ein Bild, das die Leiden aufgrund der Gefahr des Hochmuts für Paulus bekräftigen soll. Außerdem wissen wir nun, warum Gott ihn in jeder Stadt leiden ließ.
    3. Wie Du dazu kommst, dass Paulus diesen „Pfahl fürs Fleisch“ später nicht mehr brauchte, ist mir schleierhaft. Hier ist wohl ein Wunsch von Dir der Vater dieses Gedankens gewesen. Es spielt auch keine Rolle, ob wir uns das vorstellen können (oder wollen), das ein Christ von Gott bis zu seinem Ende so „malträtiert“ wird. Gott ist eben so ganz anders als wir und unser Wesen ist viel böser und schlechter, als wir meinen.
    Paulus wurde bis zum Ende verfolgt und immer wieder lange inhaftiert. Genau das sagt Gott ihm ja auch, wenn es heißt, dass Paulus sich an Gottes Gnade genügen lassen und nicht mehr darum beten soll, dass ihm dieser „Pfahl fürs Fleisch“ genommen wird. Schließlich wurde er in Rom unter Kaiser Nero enthauptet (s. 1. Clemensbrief und Acta Pauli 11,3/Martyrium Pauli 3). Es scheint also eher so gewesen zu sein, als wenn er diesen „Pfahl“ bis zum Ende gehabt hat. Sonst hätte Gottes Kraft in ihm ja auch nicht bis zum Ende zur Vollendung kommen können. Kaum vorstellbar, dass Paulus das gewollt bzw. Gott es erlaubt hätte.

    Auch wenn ich mir diese Anmerkungen erlaube, so möchte ich noch mal bekräftigen, dass ich es sehr gut finde, dass Du dich um kein Thema herumdrückst, sondern auch schwierige Dinge anpackst. Das ist mutig und zeigt, dass Du kaum oder keine Menschenfurcht besitzt. Finde ich prima.
    Nimm mir also meine Ergänzungen nicht übel, sondern lass sie dir bitte mal durch den Kopf gehen. Prüfe alles und behalte das Gute.

    • Lieber Gerno,
      vielen Dank für deine Anregungen! Warum sollte ich böse darüber sein? Ich mache dir gerne meine Sichtweise dazu etwas deutlicher. Zunächstmal ist mir die Auslegung, wie Du sie anführst nicht fremd und ich habe mich bewusst dagegen entschieden. Aus folgenden Gründen. Ich nehme das Wort hier wörtlich, denn so steht geschrieben:

      Zitat:
      Darum, damit ich mich nicht überhebe, wurde mir ein Dorn für das Fleisch gegeben, ein Engel Satans, dass er mich mit Fäusten schlage, damit ich mich nicht überhebe. Um dessentwillen habe ich dreimal den Herrn angerufen, dass er von mir ablassen möge.

      Hier ist von einem Engel des Satans die Rede, welcher nur ein Dämon sein kann und das er ihn mit Fäusten schlage, wegen seiner Überheblichkeit. Dieses Schlagen ging tatsächlich gegen seinen Körper und bremste ihn dann aus.

      Es hat meiner Ansicht nach nichts mit seinem Dienst als solches zu tun, da er diesen ja später in großer Vollmacht trotz vieler Verfolgungen ausübte. Welches für mich ein klares Zeichen seiner Überwindung des Problems darstellt, denn sonst hätte er nicht so agieren können.

      Hebräer 12 bestätigt solche Züchtigungen gegen uns auch nochmal, was bedeutet, dass unser Gott durchaus auch mal das Böse gebraucht, um uns auf die richtige Spur zu bringen. Viele Zeugnisse zeugen ebenfalls von solchen Erleben, so kenne ich einige solcher Zeugnisse von Christen denen solches widerfahren ist.

      Hebr. 12,4-7
      Ihr habt im Kampf gegen die Sünde noch nicht bis aufs Blut widerstanden und habt die Ermahnung vergessen, die zu euch als zu Söhnen spricht: „Mein Sohn, schätze nicht gering des Herrn Züchtigung, und ermatte nicht, wenn du von ihm gestraft wirst! Denn wen der Herr liebt, den züchtigt er; er schlägt aber jeden Sohn, den er aufnimmt.“ Was ihr erduldet, ist zur Züchtigung: Gott behandelt euch als Söhne. Denn ist der ein Sohn, den der Vater nicht züchtigt?

      Züchtigung ist Gottes Rute an uns, um uns die noch bestehenden Sünden auszutreiben und Paulus war nicht frei davon und war einer solchen Züchtigung Gottes ausgesetzt. Am Ende solcher Züchtigungen steht jedoch das Geläutert sein. Gott tut nichts ohne sinnvollen Plan und lässt nicht einfach nach Lust und Laune Dämonen auf uns los. Sondern dies geschieht sehr gezielt und subtil und Gott hat auch darin stets die Oberhand. Bestes Beispiel dürfte da ja Hiob sein, der dem ausgesetzt wurde, obgleich es da einen anderen Hintergrund hatte. Aber das Grundmuster ist gleich, Gott erlaubte dem Teufel etwas zu tun in dem von Gott abgesteckten Rahmen. Und dort ging es auch gegen den Körper (Krankheit) und sogar den Tod seiner Kinder.

      Die Folge davon ist Läuterung und Wiederherstellung in eine gereinigte (geheiligte) Persönlichkeit und gehört somit wohl zum Heiligungsprozess dazu. Und wie man sieht kann uns das auch noch passieren, wenn wir schon gereifter sind. Es gilt hierbei auch auf die Feinheiten zu achten, denn wir reden hier nicht von einer Besessenheit oder darüber das der Paulus sich einen Dämon eingefangen hatte. Es handelt sich dabei tatsächlich um die Züchtigung durch Gottes Weisung.

      Die Folge war die Überwindung des Problems und die damit verbundene Vollmacht für seinen Dienst, welche dadurch geheiligt war. Das machte auch Sinn, denn seine Überheblichkeit stand dem im Weg und machte ihn angreifbar und ggfs. sogar Verführbar. Und so hatte Gott Gutes im Sinn, um den Paulus auf die richtige Spur zu bringen und letztlich konnte Gott sich so durch ihn reichlich verherrlichen.

      Grüße
      Bernd

  2. Die von Paulus am eigenen Leib erfahrene göttliche Willenseröffnung (vom Saulus zum Paulus), sowie weitere persönlich erlebte Enthüllungen göttlicher Wahrheit, laufen menschlich gesehen Gefahr Überheblichkeit religiöser Natur hervorzubringen. Bei seinem Vorleben als Pharisäer all zu verständlich. Dieser Pfahl im Fleisch, wie Paulus sagt, ist ihm gegeben, um seiner von Gott nicht gewünscht negativen charakterlichen Entwicklung zuvorzukommen.

    Ein Mann wie Paulus mit starker eigener Willenskraft brauchte anscheinend solche überzeugenden, unsanften Eingriffe göttlicher Natur respektive dämonischer Faust-Attacken, bis er sich seiner Schwachheit rühmen konnte, er entleerte sich sozusagen seiner vermeintlichen eigenen Stärke, so dass die Kraft des Hl. Geistes, beziehungsweise die Kraft Christi, beim ihm wohnen konnte, wie er sagt.

    Paulus musste sich nicht nur mit dem Engel des Satans auseinandersetzen, sondern wie er im Römerbrief schreibt, auch mit der in ihm wohnenden Sünde.

    Ein sympathischer Apostel, dieser Paulus.

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