Reibungspunkt- Gemeinschaft

Wie gehen wir eigentlich mit Feindschaften aller Art um, und müssen wir alles im Rahmen der Nächstenliebe erdulden und mittragen? Oder gibt es Unterschiede und wenn Ja, wie sehen diese aus? An einer Stelle sagt der Herr wir sollen 7 mal 77-mal vergeben, also praktisch immer und an anderer Stelle warnt er uns nicht Perlen vor die Säue zu werfen. Dann sollen wir in der Vergebung leben, wie wir im Gleichnis des Schuldners lesen können, und dann heißt wieder gehe mit einem Sektierer hart ins Gericht. Es scheint also Unterschiede zu geben.

In allem sollen wir sicher in der Liebe wandeln und auch Vergebungsbereitschaft immer behalten. Die Liebe ist aber nicht nur die allestragende Säule, sondern Liebe kennt auch Härte und Strafe. Diese ist dann allerdings zum Wohl des Betroffenen ausgerichtet.

Gemeindezucht

Der Sinn und Zweck von Gemeindezucht ist die Gemeinde vor Unreinheiten zu bewahren und eine klare Abgrenzung nach außen zu zeigen. Diese Abgrenzung soll nach Gottes Willen eine sichtbare Demut und Liebe untereinander sein. Sie soll also die Grenzen göttlichen und satanischen Wirkens offenbaren und Menschen in den Glauben ziehen.

Daher liegt die größte Gefahr in der Vermischung beider Aspekte, wobei die Gemeinde durch seine Leiter die Vollmacht zur Begrenzung bekommen hat, der Gemeindezucht. Beispiel 1. Kor. Kapitel 5

Jesus selbst sagt uns in Matth. 18, 15-17 wie wir uns verhalten sollen, wenn ein Bruder oder Schwester gegen uns sündigt. Darin sind drei Schritte beschrieben.

Schritt 1

Matth. 18,15
Wenn aber dein Bruder an dir gesündigt hat, so gehe hin und weise ihn zurecht unter vier Augen. Hört er auf dich, so hast du deinen Bruder gewonnen.

Wir sollen das persönliche Gespräch suchen und eine Zurechtweisung aussprechen. Was nichts Anderes meint als die Sache eindeutig zu benennen und zu klären. Oft geschehen ungewollte Verletzungen, wir sprechen etwas aus was einen anderen verletzt, ohne dass wir ahnen was wir gerade angerichtet haben.

Hier ist also Raum für Klärungen wo ungewolltes und ungeahntes bereinigt werden kann. Aber auch bewusstes sündiges falsches Verhalten soll nicht die Gelegenheit bekommen sich festzusetzen oder gar zu formieren. Die Keimzelle möglicher weitreichender Folgen soll so auch sofort an der Wurzel gepackt werden können.

Schritt 2

Matth. 18,16
Hört er aber nicht, so nimm noch einen oder zwei mit dir, damit jede Sache auf der Aussage von zwei oder drei Zeugen beruhe.

Ergibt das persönliche Gespräch keine Klärung, so sollen wir uns Zeugen dazu nehmen um mit neutralen Personen (Seelsorger, Pastoren oder Freunde) das Anliegen zu klären. Es geht nicht allein darum zu klären wer Recht und Unrecht hat, sondern Jesus meint das Ziel der Bereinigung und des Friedens miteinander.

In diesem Stadium des Klärungsversuches kann ein Scheitern nur noch aus Uneinsichtigkeiten entstehen. Die Fronten verhärten sich mindestens auf einer Seite, wobei Jesus von einer tatsächlichen Sünde ausgeht. Es gilt also die Sünde zu überführen und von dieser frei zu kommen.

Führen Uneinsichtigkeit zum Scheitern des Klärungsversuches, so ist die Sünde in Form seiner Unbußfertigkeit vorrangig. Daher haben die Zeugen auch die Funktion ggfs.  Zeugnis darüber geben zu können.

Schritt 3

Matth. 18,17
Hört er aber diese nicht, so sage es der Gemeinde. Hört er aber auch die Gemeinde nicht, so gelte er dir wie ein Heide und Zöllner.

Der dritte Schritt geht vor die Gemeinde als letzte Instanz. Die Aufgabe der Klärung liegt nun in den Händen der Gemeinde, die nun versuchen wird den Frieden herzustellen. Bleibt dieses Bemühen fruchtlos und sollte die Gemeinde in der Folge ihn verwerfen, so ist auch uns das Recht gegeben ihn zu verwerfen. Wir brauchen uns dann nicht mehr zu bemühen und können mit einem reinen Gewissen diese Situation abschließen.

Aus diesen biblischen Sachverhalten erkennen wir die Absicht der Gemeindezucht die Gemeinde zu bewahren und zur Buße zu rufen.

In der destruktiven Form jedoch wird entweder gar nicht oder aber missbräuchlich manipulierend gehandelt. Wie man erkennt, steht die Gemeinde im Grunde in einem stetigen Kampf mit geistlichen und zwischenmenschlichen Kräften und sie muss den Spagat schaffen dabei nicht in die vielfältigen möglichen Versuchungen zu fallen.

Der durchsäuerte Teig

Jesus warnt eindeutig davor den Teig (die Gemeinde) nicht durchsäuern (Irrlehren usw.) zu lassen. Dies geschieht, wenn die Gemeindeleitung passiv bleibt und die Schutzfunktion nicht ausübt oder gar selbst als Täter (Sünder) auftritt. Passives Handeln führt dazu, dass der Widersacher offene Türen für sein Wirken bekommt und ungehindert die Gemeinde unterwandern kann.

Handelt die Gemeindeleitung selbst als Täter, so ist dies mit einer der destruktivsten Formen, da solche Manipulationen entweder das falsche Streben innerhalb der Leitung rechtfertigen sollen, oder aber falsches Machtbewusstsein innehat und schlimmstenfalls die Entwicklung in eine Sekte führt.

Die unvollkommene Gemeinde

Wir müssen an dieser Stelle festhalten, dass die Gemeinde auch vom Feind durchsetzt und damit unvollkommen ist. Vielen Christen wird hier Schaden zugefügt, weil sie nicht damit rechnen innerhalb der Gemeinschaft Feindschaften zu erfahren, doch es ist leider sehr oft der Fall. Enttäuschungen und seelische Verletzungen treffen nahezu jeden Christen, und dies aus der Gemeinschaft heraus.

Die Gemeinde ist daher nicht schlecht und der Feind hat nicht das Vorrecht ungehindert darin zu wüten wie es ihm beliebt. Aber es liegt eindeutig auch daran wie gefestigt die Gemeindeleitung ist und wie man damit umgeht. Grade in diesen Bereich wird viel falsch gemacht, sei es, dass es zu gesetzlich angegangen wird oder das man gar nichts dagegen tut.

Mt. 13,24-30
Ein anderes Gleichnis legte er ihnen vor und sprach: Mit dem Reich der Himmel ist es wie mit einem Menschen, der guten Samen auf seinen Acker säte. Während aber die Menschen schliefen, kam sein Feind und säte Unkraut mitten unter den Weizen und ging weg. Als aber die Saat aufsprosste und Frucht brachte, da erschien auch das Unkraut. Es kamen aber die Knechte des Hausherrn hinzu und sprachen zu ihm: Herr, hast du nicht guten Samen auf deinen Acker gesät? Woher hat er denn Unkraut? Er aber sprach zu ihnen: Ein feindseliger Mensch hat dies getan. Die Knechte aber sagen zu ihm: Willst du denn, dass wir hingehen und es zusammenlesen? Er aber spricht: Nein, damit ihr nicht etwa beim Zusammenlesen des Unkrauts gleichzeitig mit ihm den Weizen ausreißt. Lasst beides zusammen wachsen bis zur Ernte, und zur Zeit der Ernte werde ich den Schnittern sagen: Lest zuerst das Unkraut zusammen, und bindet es in Bündel, um es zu verbrennen; den Weizen aber sammelt in meine Scheune!

An dieser Bibelstelle können wir ablesen und erkennen, dass was wir alle kennen. Dass es in den Gemeinden immer auch die Rebellen und Unbußfertigen gibt. Und ich denke, dass dieser Umstand sich heute sogar noch ins Extreme ausgewuchert hat. Dadurch, dass der Zeitgeist auch in die Gemeinden eingezogen ist und an vielen Orten ein laues Evangelium verkündet wird.

Buße und Umkehr ist oft nur noch mit Power und Auftanken ersetzt worden und hat nicht mehr das nötige Gewicht. Facebook und Co tun ihr Übriges dazu.

Die Liebe erduldet alles…

1.Korinther 13,4-7
Die Liebe ist langmütig, die Liebe ist gütig, sie neidet nicht, die Liebe tut nicht groß, sie bläht sich nicht auf, sie benimmt sich nicht unanständig, sie sucht nicht das Ihre, sie lässt sich nicht erbittern, sie rechnet Böses nicht zu, sie freut sich nicht über die Ungerechtigkeit; sondern sie freut sich mit der Wahrheit, sie erträgt alles, sie glaubt alles, sie hofft alles, sie erduldet alles.

Bedeutet dieser Ausspruch eine alles in sich aufsaugende Liebe, welche alles erträgt und schweigend hinnimmt? Keinesfalls, hier braucht es das richtige Verständnis von der alles erduldenden Liebe. In Liebe erdulden bedeutet auch mal Konsequent zu sein und das kann wehtun. Es ist wir bei der Erziehung mit den Kindern. Wenn sie älter werden und in ihrer Naivität die ersten Fehlentscheidungen treffen, können wir als Eltern nur bedingt helfen. Und nicht selten erfordert es unsere liebende Geduld, das bisweilen drohende Unheil abzuwarten, um dann das Kind wieder aufzufangen.

Wir sind aber nicht ganz hilflos und wir können immer ins Gebet gehen.

Perlen vor die Säue…

Matthäus 7,6
Gebt nicht das Heilige den Hunden; werft auch nicht eure Perlen vor die Schweine, damit sie diese nicht etwa mit ihren Füßen zertreten und sich umwenden und euch zerreißen!

Mit solchen Aussagen bestätigt Jesus selbst, dass es Unterschiede gibt und wir uns darin auch klug verhalten sollen. Es scheint offenbar einen Menschschlag zu geben, wo die Verkündigung nutzlos zu sein scheint. Im Gegenteil, wir könnten sogar selbst dabei zerrissen werden. Ich könnte mir vorstellen, dass hier insbesondere Gruppendynamiken gemeint sind. Wenn man z. B. auf der Arbeit zwischen vielen gottlosen Menschen sitzt, die sich negativ über Gott Äußern. So kann es sinnvoll sein, seine Perlen für sich zu behalten. Das satanische Gedankengut könnte sich innerhalb einer solchen Dynamik gegen ein Formieren.

Staub abschütteln…

Markus 6,11
Und welcher Ort euch nicht aufnehmen und wo man euch nicht anhören wird, von dort geht hinaus und schüttelt den Staub ab, der unter euren Füßen ist, ihnen zum Zeugnis!

Wenn man dann aber doch mit seinem Zeugnis unterwegs ist, so erlaubt uns der Herr auch, dass wir uns abwenden dürfen und sollen, wenn man uns ablehnt. Wir müssen also nicht alles mitmachen und dürfen auch Konsequenzen ziehen.

Titus 3, 10-11
Einen sektiererischen Menschen weise nach einer ein- und zweimaligen Zurechtweisung ab, da du weißt, dass ein solcher verkehrt ist und sündigt und durch sich selbst verurteilt ist!

Sektierer sind hart zu behandeln, da sie eine große Gefahr für die Gemeinschaft sind. In den Sendschreiben der Offenbarung lobt Jesus die Gemeinde, die sich gegen die Nikolaiten wendete, da auch er sie hasste. In allem gilt es die Gemeinschaft vor Schaden zu bewahren, bzw. sollen wir auch nicht ins fruchtlose leerlaufen.

Personenzentriertheit

Personenzentriertheit findet eigentlich mehr oder weniger in jeder Gemeinde statt. In der positiven biblischen Form nehmen sich Leiter zurück und verfolgen das Ziel Menschen zu helfen.

Eine solche Personenzentriertheit ist zwar aufgrund von Strukturen unvermeidbar, ist aber nicht destruktiv zu sehen, da es nicht zu bindenden zerstörenden Elementen kommt. Die Beteiligten erheben keine Ansprüche aneinander.

Ganz anders die destruktive Form. Dort finden zum Teil sehr extreme Bindungen statt, die voneinander fordern. Dabei entstehen Hirachieformen die zu einer Götzenanbetung eines Einzelnen führen können.

Viele Sektenführer haben zunächst keine Auffälligkeiten gezeigt, sind aber in Ihrer Kindheit oft sehr vereinsamt gewesen und haben ein gestörtes narzisstisches Weltbild in sich aufgebaut. Ein ausgeprägtes Machtbewusstsein führt schließlich in immer stärkere und bizarrere Forderungen.

Der Einzelne jedoch, der im geheimen missbraucht kämpft mit gestörter Sexualität, bzw. eignet er sich unrechtmäßig Geld oder Sachen an. Sie sind meistens selbst Opfer solcher Taten.

In wie weit hier schwere psychische Störungen oder gar Krankheiten vorliegen ist nicht global einschätzbar, da eine fachkundige ärztliche Analyse dies feststellen muss. Es ist wohl jedoch ohne Zweifel sichtbar, dass dies ernstlich anzunehmen ist.

Das große geheimnisvolle Ziel

Sektenführer arbeiten stets mit fiktiven Idealen und predigen das große Ziel. Dieses Ziel wird meist als alleiniges Wissen gepredigt, welches der Allgemeinheit nicht offenbar ist. Sie erfinden eigene surreale Lehren und angebliche Katastrophen und rechtfertigen durch solche Manipulationen ihr Handeln.

Oft wird ein übernatürliches Erleben als Vision oder Berufung erwähnt, wobei auch spätere Mitglieder von solchen Phänomenen berichten. Man kann davon ausgehen, dass durchaus auch dämonische Kräfte mitwirken können.

Gruppendynamik

Eine Sekte funktioniert aufgrund starker Gruppendynamiken, die in sich eine strenge Hierarchie vereinen. Druck wird von oben nach unten weitergeben und Menschen werden in ihrem freien Willen zerbrochen. Die Scientology-Sekte hat beispielsweise eine eigene Polizei und übt auch Strafgerichte auf seine Mitglieder aus. Die Mitglieder sind aller ihrer persönlichen Rechte und Freiheiten beraubt.

Alles ist dem einen fiktiven Ziel untergeordnet. Erreicht wird dies durch entsprechende Lehren, die bei Nichteinhaltung zu Konsequenzen führen. In der Öffentlichkeit streben solche Gemeinschaften oft Weltherrschaftsziele an, die sie jedoch nicht offen verkünden.

Die Grenzen werden hier zunächst mit kleinen Schritten eingerissen, bis diese später ganz überschritten werden und keinen Widerspruch mehr dulden. Der Mensch wird wehrlos gemacht indem seine Grenzen aufgelöst, manipuliert und kontrolliert werden. Der Betroffene wird nicht nur wehrlos gemacht, sondern dadurch auch zu einem willenlosen Werkzeug.

Wie bist Du hier hereingekommen…

Matthäus 22,11-14
Als aber der König hereinkam, die Gäste zu besehen, sah er dort einen Menschen, der nicht mit einem Hochzeitskleid bekleidet war. Und er spricht zu ihm: Freund, wie bist du hier hereingekommen, da du kein Hochzeitskleid hast? Er aber verstummte. Da sprach der König zu den Dienern: Bindet ihm Füße und Hände, und werft ihn hinaus in die äußere Finsternis; da wird das Weinen und das Zähneknirschen sein. Denn viele sind Berufene, wenige aber Auserwählte.

Der Herr wird am Ende der Tage seine Gemeinde läutern und säubern, dabei werden die unreinen und falschen Christen von der wahren Gemeinde getrennt werden und sie empfangen sogar das Gericht. Die wahre Gemeinde aber wird bei Gott sein, jeder der den Weg der Heilung gegangen ist, wird das Himmelreich sehen.

 Amen

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