Rezension zum Film Left Behind

leftbehindDer Film will ein Bild auf die biblische Entrückung abgeben und wurde aus der Buchreihe Finale übertragen. Mit Nicolas Cage in der Hauptrolle wurde ein Darsteller gewählt, der im Grunde hauptsächlich eher okkulte Filme abgedreht hat.

Das kann man nun kritisieren oder eben vielleicht auch gut finden, denn so kann auch ein Schauspieler sich damit auseinandersetzen. Und Hollywood sieht manchen Schauspieler auch sehr gerne immer in dem Genre wo er am erfolgreichsten scheint. Und das berücksichtigt nicht unbedingt, dass was der Schauspieler selbst gerne möchte.

Die Handlung des Films bezieht sich zunächst auf die Familie, worin N. Cage einen Piloten spielt und er und seine Tochter, die studiert und zu Besuch kommt, als ungläubige Heiden mit der inneren Wandlung der Mutter zu Jesus klar kommen müssen.

Die damit verbundenen familiären Spannungen werden in verschiedenen Szenen hervorgehoben. So befindet sich N. Cage auf unehelichen Abwegen und spielt mit dem Gedanken seine Frau zu verlassen. Dafür versetzt er sogar seine Tochter um mit der angehenden Liebschaft, einer Stewardess weiter anzubandeln.

Die Tochter, grade angekommen trifft sich mit dem Vater am Flughafen wobei diese familiären Spannungen und beginnenden Lügen weiter sichtbar werden. Eine weitere Begegnung am Flughafen führt die Tochter in eine unmittelbare Konfrontation, als eine offensichtlich eher etwas aggressive Christin einen bekannten Journalisten mit dem Glauben konfrontiert. Daraufhin mischt sie sich ein und es kommt zu einem verbalen Austausch.

Die Charaktere sind bis dahin deutlich sichtbar, der Vater hin- und hergerissen in seinen Gefühlen und dazu neigend sich in eine Liebschaft zu flüchten. Während sich die Tochter eher wie Judas verhält, sie begreift nicht und will auch nicht begreifen und geht auf Konfrontationskurs. Bis hierhin erscheint die Handlung eher etwas angebiedert zu sein, ein Blick auf gesellschaftliche und politische Zustände blendet der Film vollständig aus. Mit Blick auf die biblischen Tatsachen zur Entrückung, wäre ein kurzer Einblick hier jedoch sehr wünschenswert gewesen.

Im weiteren Verlauf begibt sich der Vater nun auf seinen Flug und die Tochter heim zur Mutter. Die Szenerie fährt damit fort worauf die Einleitung bereits angespielt hatte. Der Vater liebäugelt mit seiner Sünde, während die Tochter zuhause mit der Mutter aneinander gerät.

Die Mutter wirkt über all das sichtlich betroffen und kämpft mit sich, auch ihre Lage hätte man noch etwas stärker herausheben können und kommt in dem Film nicht sehr tragend zur Geltung. Letztlich begibt sich die Tochter mit dem kleinen 10 jährigen Bruder ins Einkaufszentrum. Einige ruhige harmonische Szenen beleben das Bild, als sie ihren Bruder aus den Augen verliert und sucht. Als sie ihn wiederfindet kommt es zu einem kurzen Dialog wo der Bruder sie in den Arm nimmt und seine Liebe zu ihr beteuert.

In diesem Moment geschieht die Entrückung, ihr Bruder verschwindet aus ihren Arm und sie hat nur noch seine Kleidung in der Hand. Viele Luftballons fliegen nach oben und alle Kinder im Einkaufszentrum, sowie etliche Erwachsene sind einfach verschwunden.

Völlig überwältigt von dem Erleben läuft sie nach draußen zum Parkplatz, während nun einige makabre Szenen einsetzen. Flugzeuge stürzen ab, Autos steuern ohne Fahrer umher und sie ist gezwungen zu Fuß zu laufen. Sofort bricht eine Anarchie aus, während viele verständnislos sind oder auch über ihre verschwundenen Angehörigen und Kinder weinen.

Diese Szenerie mischt sich auf dem Weg nach Hause, wo sie dann auch ankommt. Zwischendrin war sie noch im Krankenhaus um ihren Bruder zu suchen und kommt in die Kinderstation, wo sämtliche Babys weg sind. Ab hier wird klar, dass dieses Ereignis weltweit geschehen ist.

Zuhause angekommen findet sie die laufende Dusche vor und darin das Medaillon ihrer Mutter. In Panik läuft sie davon und kommt zur Kirche ihrer Mutter und geht hinein. Sie findet darin den Pastor oder einen Ältesten der Gemeinde, das wurde im Film nicht deutlich, und er erklärt ihr was geschehen ist. Sie begreift das immernoch nicht und sucht auch jetzt wieder die Konfrontation, entgegen aller Tatsachen, kann sie sich nicht auf die Wahrheit einlassen.

Der Charakter der Tochter wird als uneinsichtiger Mensch dargestellt, die sich wie Judas verhält. Was zumindest zur biblischen Grundaussage zur Endzeit passt, worin im Neuen Testament über die Menschen der Endzeit ein uneinsichtiges Verhalten bescheinigt wird.

Beim Vater spielt sich die Entrückung im Flugzeug ab, wo alle Kinder und einige Erwachsene verschwunden sind. Auch dieser Moment wurde plastisch festgehalten und mit entsprechenden Effekten versehen. Die Situation im Flugzeug ist daraufhin eine vollkommen andere als auf dem Boden.

Die Leute sind verwirrt und beginnen nun alle möglichen Szenarien durchzusprechen. Dabei sind der Journalist, der sofort mit einer Reportage der Ereignisse beginnt und einige A-Typische Persönlichkeiten wie ein UFO Gläubiger, ein Moslem und einige andere Leute die nun einen Konsens über das Geschehene beginnen.

N. Cage beginnt es nun langsam zu dämmern, das seine Frau recht hatte und er konfrontiert seine angehende Liebschaft damit. Dabei werden seine Lügen deutlich und zudem muss er nun den Flieger landen und beschließt umzukehren, da auch sein Co-Pilot und eine Stewardess fehlen.

Unterwegs kommt es fast zu einer Kollision mit einem anderen Flieger und sein Flugzeug wird dabei beschädigt. Nun hat er technische Probleme und findet zunächst keinen Kontakt zur Bodenkontrolle.

Hier wird es nun scheinbar filmisch wieder etwas klischeehaft, die Dramatik bezieht sich nun auf diesen einen Ort im Flieger und klammert das große Ganze vollkommen aus. Dennoch kommt durchaus auch rüber was die Entrückung im Film ausdrücken möchte.

Ab jetzt verweben sich die familiären Bande wieder, die Tochter begibt sich auf einen zentralen Aussichtspunkt einer Brücke und will Suizid begehen. In diesen Augenblick geht ihr Handy und sie kann mit ihrem Vater sprechen. Er macht ihr klar wie dramatisch schlecht seine Lage ist und das er nicht weiß wo er landen kann, zudem ihm der Sprit ausgeht.

Die Tochter weiß von eine Baustelle auf dem Highway und fährt dorthin um für den Vater eine Landebahn zu schaffen. Sie nimmt sich einen Wagen und schiebt damit alle Hindernisse beiseite und zündet mehrere Fässer mit Treibstoff an um ihren Vater ein Leuchtfeuersignal zu geben.

Auch hier wird es filmisch Klischeehaft und vor allem unrealistisch

Wie sollte es in Hollywood anders sein, es kommt zur Bruchlandung ohne Tote, mit anschließender Familienzusammenführung. Obgleich das Schlussbild wieder den Bezug herstellt. Nach geglückter Notlandung endet der Film mit dem Blick auf die zum teil brennende Stadt. Die Erkenntnis bilden letztlich die Schlusssätze von Buck dem Journalisten und der Tochter des Piloten.

Buck; „Das ist das Ende“  Tochter; „ Wohl eher der Anfang vom Ende.“


Fazit:

Positiv:
Der Film zeigt in beeindruckender Art und Weise wie die Entrückung geschieht, auch die Charaktere sind insgesamt gut getroffen. Die Wechselstimmung der Hauptdarsteller gemischt mit ihrem persönlichen Erleben, hat das Thema durchaus gut herausgestellt.

Negativ:
Einige Filmszenen erscheinen zu Klischeehaft ala Hollywood und auch das vollständige ausblenden der gesellschaftlichen und politischen Umstände ist ein Nachteil und kommt quasi gar nicht zur Geltung. Dies wäre aber von Nöten gewesen um dem Film ein besseres Hintergrundwissen und eine klarerer Handlung bzw. Rahmen zu geben.

Insgesamt lässt sich jedoch sagen, dass der Film durchaus vorzeigbar ist, wenn man bereit ist einige Dinge stehen zu lassen. Das Grundanliegen, nämlich die Darstellung der Entrückung, ist in jeden Fall sehr gut gelungen.


 

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