Die Sünde wider dem Heiligen Geist

Markus 3,28-30
Wahrlich, ich sage euch: Alle Sünden werden den Söhnen der Menschen vergeben werden und die Lästerungen, mit denen sie auch lästern mögen; wer aber gegen den Heiligen Geist lästern wird, hat keine Vergebung in Ewigkeit, sondern ist ewiger Sünde schuldig –  weil sie sagten: Er hat einen unreinen Geist.

Viele Christen fragen sich, ob sie diese Sünde begehen könnten und sei es auch nur versehentlich. Keiner möchte in ewige Ungnade bei Gott fallen und über dieses Wort des Herrn herrscht bisweilen echte Angststimmung. Deshalb müssen wir zunächst den Kontext herstellen, zu wem hat er das gesagt und warum und wie muss es letztlich verstanden werden?

Wir lesen in den vorigen Versen folgendes dazu.

Markus 3,22-27
Die Schriftgelehrten aber, die von Jerusalem herabgekommen waren, sprachen: Er hat den Beelzebul, und: Durch den Obersten der Dämonen treibt er die Dämonen aus. Und er rief sie zu sich und sprach zu ihnen in Gleichnissen: Wie kann der Satan den Satan austreiben? Wenn ein Reich mit sich selbst uneins wird, kann es nicht bestehen. Und wenn ein Haus mit sich selbst uneins wird, kann es nicht bestehen. Erhebt sich nun der Satan gegen sich selbst und ist mit sich selbst uneins, so kann er nicht bestehen, sondern es ist aus mit ihm. Niemand aber kann in das Haus des Starken eindringen und seinen Hausrat rauben, wenn er nicht zuvor den Starken fesselt; und dann wird er sein Haus ausrauben.

Hier wird uns von einem Dialog mit den Schriftgelehrten berichtet. Sie machen Jesus den Vorwurf er sei besessen und treibe die Dämonen durch den Obersten der Dämonen, den Beelzebul aus.

Beelzebul kommt aus dem hebräischen Wort Baalzebul, was soviel wie »Herr der Höhe« oder »Herr der bösen Geister« bedeutet. Hier ist natürlich der Satan gemeint.

Jesus rief sie zu sich und wies ihre Anschuldigungen in kurzen Aussprüchen zurück. Indem er darauf hinwies, dass ihr Gedanke, Satan würde gegen sich selbst vorgehen, absurd ist. Sein Argument dazu war simpel, ein Haus das in sich selbst uneins ist, würde gegen sich selbst agieren. So würde sich der Satan seiner eigenen Macht berauben, dem ist aber nicht so, denn er ist nach wie vor stark. Damit ist die Beschuldigung er würde Dämonen durch den Satan austreiben eindeutig wiederlegt.

Jesus bestätigt sogar die Macht des Satans, indem er ihn als Starken benennt. Er ist der Herr der Sünde und sein Haus ist das Reich des Bösen mit seinen Dämonen und sein Hausrat sind die versklavten Menschen. Und niemand kann in sein Haus eindringen und es berauben und die Gefangenen befreien. Jesus hatte aber bei seiner eigenen Versuchung bewiesen, dass er stärker war als der Starke und das er den Heiligen Geist besaß.

Sein Auftrag war es sich dem Starken entgegenzustellen und ihn zu überwinden. Und nicht mit ihm zusammenzuarbeiten.

Auf Basis dieses Hintergrundes sprach Jesus seine Warnung aus.

Die Kombination von wahrlich , ich sage euch, zeigt die Betonung die Jesus auf seine Worte legte. Alle Lästerungen können vergeben werden, jedoch nicht die Lästerung gegen den Heiligen Geist.

Im übertragenen Sinn geht es hier um eine allgemeine Herzenshaltung, so wie sie die Schriftgelehrten gezeigt hatten. Sie kannten die Schriften und wussten sehr wohl wer Jesus war. Und doch suchten sie ihn anzuklagen.

Wer sich ebenso verhält und einen solchen bösartigen Unglauben aufbringt, obwohl er die Werke Gottes vor Augen hat, kann sich dem schuldig machen. Dazu gehört allerdings schon viel Unglaube, der in eine Verhärtung des Herzens und zur Unbußfertigkeit führt.

Die Schriftgelehrten hatten dies offenbar immer wieder behauptet, so dass sich Jesus zu dieser Aussage genötigt sah. Er sagte damit nicht, dass sie sich dieser Sünde schuldig machten, aber dass sie nahe dran waren. Denn sie verglichen den Satan mit dem Heiligen Geist.

Kann man sich also heute noch einer solchen Sünde schuldig machen?

Unbedarft und aus Versehen ganz sicher nicht, denn es gehört eine sehr große Portion des Unglaubens dazu und ein verhärtetes und unbußfertiges Herz. Schriftgelehrte jedoch die das Wort Jesu kennen und Werke des Geistes ablehnen und sie sogar dem Teufel zuschreiben, wie es manche Leute tun, welche z. B. die Charismen ablehnen, sind damit auf einen gefährlichen Weg. Letztlich obliegt eine solche Beurteilung allein beim Herrn, da wir nicht deren Richter sind.

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