Verhalten der Frau-Unterordnung und Kopfbedeckung

Dieses Thema ist unter Christen umstritten und auch hier wollen wir in die Bibel schauen, um zu sehen, was sie dazu sagt. Grundsätzlich geht es hierbei um die Frage, ob eine Frau im Gottesdienst ihr Kopf bedecken sollte und in welcher Form sie sich unterordnen muss.

Für Frauen oft ein leidiges Thema, da sie sich hier herabgesetzt sehen könnten. Wobei sich innerhalb der Christenheit die Fragen nach dem Zeitgeist und der historischen Bedeutung stellen. Ich möchte dabei die Argumente beleuchten und am Ende wird sich hoffentlich erkennbar die Wahrheit der Bibel sichtbar zeigen und Verständnis schaffen.

Mahnung zum rechten Verhalten beim Gebet

1.Korinther 11,2-16
Ich lobe euch aber, dass ihr in allem meiner gedenkt und die Überlieferungen, wie ich sie euch überliefert habe, festhaltet. Ich will aber, dass ihr wisst, dass der Christus das Haupt eines jeden Mannes ist, das Haupt der Frau aber der Mann, des Christus Haupt aber Gott. Jeder Mann, der betet oder weissagt und dabei etwas auf dem Haupt hat, entehrt sein Haupt. Jede Frau aber, die mit unverhülltem Haupt betet oder weissagt, entehrt ihr Haupt; denn sie ist ein und dasselbe wie die Geschorene. Denn wenn eine Frau sich nicht verhüllt, so werde ihr auch das Haar abgeschnitten; wenn es aber für eine Frau schändlich ist, dass ihr das Haar abgeschnitten oder geschoren wird, so soll sie sich verhüllen. Denn der Mann freilich soll sich das Haupt nicht verhüllen, da er Gottes Bild und Abglanz ist; die Frau aber ist des Mannes Abglanz. Denn der Mann ist nicht von der Frau, sondern die Frau vom Mann; denn der Mann wurde auch nicht um der Frau willen geschaffen, sondern die Frau um des Mannes willen. Darum soll die Frau eine Macht auf dem Haupt haben um der Engel willen. Dennoch ist im Herrn weder die Frau ohne den Mann noch der Mann ohne die Frau. Denn wie die Frau vom Mann ist, so ist auch der Mann durch die Frau; alles aber von Gott. Urteilt bei euch selbst: Ist es anständig, dass eine Frau unverhüllt zu Gott betet? Und lehrt euch nicht selbst die Natur, dass, wenn ein Mann langes Haar hat, es eine Schande für ihn ist, wenn aber eine Frau langes Haar hat, es eine Ehre für sie ist? Denn das Haar ist ihr anstatt eines Schleiers gegeben. Wenn es aber jemand für gut hält, streitsüchtig zu sein, so soll er wissen: wir haben eine derartige Gewohnheit nicht, auch nicht die Gemeinden Gottes.

Christen, die die Kopfbedeckung der Frau im Gottesdienst befürworten argumentieren mit der Bibel wie diejenigen, die es nicht befürworten. Also sehen wir uns die jeweiligen Argumente einmal näher an.

Paulus stellt zunächst die Rollenverteilung bzw. die Autoritätsfolge heraus. Wobei Christus das unsichtbare Haupt des Mannes ist, weshalb dieser auch sein Haupt nicht bedecken muss, während der sichtbare Mann das Haupt der Frau ist, weshalb sie ihr Haupt bedecken soll.

Paulus sagt, dass ein Mann der beim Gebet oder Weissagung sein Haupt bedeckt, sich entehrt. Und umgekehrt eine Frau, die dabei unbedeckt ist, ihr Haupt entehrt. Und Paulus vergleicht diese mit einer Geschorenen.

Hier setzen jetzt auch erste Argumente ein.

Argument:

In 5. Mose 21, 10-14 wird davon berichtet, dass eine Frau sich das Haar scheren sollte, wenn sie aus den gefangenen Frauen, dazu auserwählt war, die Ehefrau eines israelischen Mannes zu werden. In 4. Mose 6, 1-18, wenn sie ein Nasiräer-Gelübte abgelegt und es erfüllt hatte. Beide Bibelstellen werden hierbei nicht als Schande im Bezug auf die Scherung des Hauptes gewertet.

Historischer Hintergrund:

Korinth lag vor Griechenland und es galten die griechische Sitten und Gesetze. Das griechische Gesetz verlangte, dass verheiratete Frauen nur mit Schleier das Haus verlassen durften. Und das Huren keinen Schleier tragen durften und Ehebrecherinnen der Kopf kahl geschoren werden sollte. Ebenso durften sich Frauen an keinen Debatten der Männer beteiligen und verheiratete Frauen durften nur im Beisein des Mannes Versammlungen besuchen.

Auslegung:

Wären christliche Frauen jener Zeit allein und ohne Kopfbedeckung auf der Straße unterwegs gewesen, so hätte man sie für Huren gehalten. Wenn Frauen in den Gemeinden das Wort ergriffen hätten, so hätte man sie als Gesetzesbrecher des griechischen Gesetzes angesehen. Die Scherung des Hauptes (Haar) ist etwas zweideutig, wenn es zum Teil im Gesetz nicht mit Schande behaftet war, so ist es doch symbolisch als Kraftquelle und Identität zu werten. Und der Verlust der Identität und Kraft kommt einer Enteignung gleich.

Rollenverständnis:

Paulus argumentiert nun mit der von Gott gegebenen Rolle, wobei der Mann von Gott kommt und die Frau aus dem Mann gemacht wurde. Dabei geht es nicht um eine sklavenhalterische Unterordnung, sondern in allem gilt die Liebe als oberstes Gebot. Hier wird nur die rechte gottgegebene Rollenverteilung berührt. Und da ist der Unterschied deutlich, darin ist der Mann Gottes Abbild und die Frau des Mannes Abbild und sie wurde um des Mannes willen erschaffen.

Auslegung:

Gott schaffte sich im Mann ein Abbild und so gestand er auch dem Mann ein Abbild seiner selbst zu. Denn der Mann war einsam und allein, ihm fehlte eine Ergänzung seiner Selbst. Und so wurde aus ihm eine Gehilfin erschaffen, die ihn vervollständigte und seinen Mangel ausgleichte. Denn so argumentiert Paulus, ist der Mann ohne die Frau nichts und sie ebenso ohne dem Mann nichts.

Das Gebot:

So soll sie nun eine Macht auf dem Haupt tragen, um der Engel willen. Dennoch ist im Herrn weder die Frau ohne den Mann noch der Mann ohne die Frau. Denn wie die Frau vom Mann ist, so ist auch der Mann durch die Frau; alles aber von Gott.

Auslegung:

Paulus betont nochmal die die Abhängigkeiten der Rollen, welche alle aus Gott sind und, ohne die keiner bestehen kann. Die Macht auf dem Haupt ist die Identität und Kraft, die wirksam ist, wenn sie sich unterordnet (in ihre Rolle einfügt). Um der Engel willen, welche allezeit vor Gott stehen und Zeugnis geben.

Bewertung:

Reicht das historische Umfeld als Erklärung aus, um hier ein Gebot aufzuheben? Oder ist es ein Gebot, welches nach wie vor Gültigkeit hat? Zunächst geht es um das Verhalten während des Gebets und der Weissagung. Es geht nicht um die Ehe oder Dienste von Frauen.

Unbestritten deutlich ist das biblische Rollenverständnis zwischen Mann und Frau, wobei Gott der Erschaffer ist. Die historischen Umstände könnten Paulus dazu bewegt haben ein solches Gebot mit Rücksicht auf die griechischen Männer bestimmt zu haben. Das Paulus hierin auch früher schon Kompromisse machte zeigt sich in der Beschneidung von Timotheus um der Juden willen (Apg. 16,3).

Daraus ließe sich ableiten, dass das Gebot heute nicht mehr zwingend gültig ist, andernfalls müssten sich alle christlichen Männer ggfs. noch beschneiden lassen. Die Deutung, dass Paulus mit Rücksicht auf damalige Umstände auch Kompromisse einging liegt tatsächlich nahe.

Fazit:

Ich neige dazu, dem Kompromiss von Paulus recht zu geben und es als kein absolut gültiges Gebot mehr zu sehen. Sicher ist es nicht heilsentscheidend und letztlich kommt es hierbei nicht auf ein gesetzliches Gebot, sondern auf den inwendigen Menschen an. Frauen wird hier ein Verhaltensmuster mitgegeben, welches Gott gefällt. Und auch dafür hat die Bibel ein deutliche Antwort und Frauen (und Männer) die sich daran halten sind von Gott geliebt, auch ohne Kopfbedeckung.

1.Petrus 3,1-7
Ihr Frauen, ordnet euch euren Männern unter! Auch ohne viele Worte sollt ihr allein durch euer Vorbild eure Männer für Christus gewinnen, wenn sie bisher nicht auf seine Botschaft hören wollten. Euer Vorbild und eure Ehrfurcht vor Gott überzeugen mehr als tausend Worte. Nicht der äußerliche Schmuck – wie kunstvolle Frisuren, goldene Ketten oder aufwendige Kleidung – soll für euch Frauen wichtig sein. Eure Schönheit soll von innen kommen! Schmückt euch mit Unvergänglichem wie Freundlichkeit und Güte. Das gefällt Gott. So haben sich auch die gläubigen Frauen zur Zeit unserer Vorfahren geschmückt: Sie setzten ihre ganze Hoffnung auf Gott und ordneten sich ihren Männern unter. Sara vertraute sich Abrahams Führung an und nannte ihn ihren Herrn. Ihr könnt euch als ihre Töchter betrachten, wenn ihr wie Sara das Gute tut und euch durch nichts davon abbringen lasst. Ihr Männer, nehmt Rücksicht auf eure Frauen, so wie sie es als die Schwächeren brauchen; achtet und ehrt sie. Vergesst nicht, dass Gott in seiner Gnade allen das ewige Leben schenkt, Männern wie Frauen. Nichts soll zwischen euch stehen, das euch am Beten hindert.


13 Kommentare zu Verhalten der Frau-Unterordnung und Kopfbedeckung

  1. Lieber Bernd,
    danke für Deine Gedanken über die Kopfbedeckung der Frauen während des Gottesdienstes. Es ist lobenswert, dass Du solch ein „heißes Eisen“ angepackt hast. Könntest Du bitte noch mal durchgeben, woher Du dein Wissen über die kulturellen Gepflogenheiten der Griechen zur Zeit der Abfassung des ersten Briefes an die Korinther hast?
    Dein Artikel enthält zwar vieles, was ausgewogen und lesenswert erscheint, aber ich hätte da einiges kritisch anzumerken:

    1. Das Scheren von Haaren beim Beenden der Gefangenschaft (5. Mose 21,10-14) bzw. nach Beendigung eines Nasiräer-Gelübdes (4. Mose 6,1-18) hat zwar mit dem Scheren von Haaren zu tun, aber nichts mit dieser Bibelstelle (1. Korinther 11,2-16). Hier geht es klar um die christliche Hausordnung, also um Stellung von Mann und Frau vor Gott, die sich auch im Gottesdienst zeigen soll.

    2. Es geht in 1. Kor. 11 nicht darum, wie wir uns in der Öffentlichkeit zeigen, sondern um eine Versammlung von Christen, wo man zusammen betet oder weissagt (1. Kor. 11,4).

    3. Es hat mich etwas verwirrt, dass Du zu dem Schluss gekommen bist, dass die historischen Umstände Paulus dazu bewegt haben könnten, ein solches Gebot mit Rücksicht auf die griechischen Männer bestimmt zu haben. Du gehst sogar so weit, dieses Gebot einen „Kompromiss“ zu nennen.
    Dagegen betont Paulus selbst, dass er den Korinthern während seines Aufenthalts bei ihnen andere „Überlieferungen“ gegeben hatte (V. 2). Wenn sie eine Empfehlung von Paulus darstellten, dann hat er das auch klar benannt (z.B. 1. Kor. 7,25). Ansonsten gilt:
    „Wenn jemand glaubt, ein Prophet zu sein oder geistlich, der erkenne, dass die Dinge, die ich euch schreibe, Gebote des Herrn sind.“ (14,37).
    Wie kann man von Kompromissen mit den zu der Zeit herrschenden Gepflogenheiten sprechen, wenn der überzeitliche Gott seinen Gemeinden Anweisungen erteilt?

    4. Dass Paulus einen Kompromiss einging, als er Timotheus wegen der Juden beschneiden ließ, halte ich für ein Gerücht. Sein Gelübde und dass er sich das Haar scheren ließ in Kenchreä (Apg. 18,18) wäre eher ein Beispiel für ein falsches Handeln eines Apostels damals.
    Stattdessen meine ich, dass er Timotheus beschneiden ließ, um den gesetzestreuen Juden keinen Anstoß bzw. keine Angriffsfläche zu geben, das Evangelium ablehnen zu können, nur weil Timotheus als Grieche unbeschnitten war. Das läuft mehr auf der Schiene niemandem unnötig Anstoß zu sein (s. z.B. Mt. 17,24-27). Paulus war eben „allen alles geworden, damit ich auf alle Weise etliche rette“ (s. 1. Kor. 9,19-23). Und das verlangte er von Timotheus auch. Mehr nicht.

    5. Natürlich liebt Gott alle Menschen – unabhängig von ihrem Geschlecht. Das hast Du sehr schön herausgearbeitet und betonst es auch ganz richtig immer wieder. Tatsächlich geht es in 1. Petr. 3,1-7 aber darum, dass Frauen sich „ihren eigenen Männern unterordnen“ sollen (V. 1). Insofern hat das nicht direkt etwas mit dem „Schleier“ der Frauen im Gottesdienst von 1. Kor. 11 zu tun und gehört nicht unbedingt hierher. Zwar geht es auch in der Petrus-Stelle um das gemeinsame Gebet, aber hier nur von Ehepaaren und nicht in der Gemeinde.

    6. Leider hast Du den Textzusammenhang von 1. Korinther 11,4-16 nicht ausreichend beachtet. Daher konntest du auch nicht genau erklären, was denn nun mit „Kopfbedeckung“ gemeint ist.
    Überhaupt hat man den Eindruck, dass die Übersetzer ziemliche Mühe mit dem Text hatten und haben. Es wird von „etwas auf dem Haupt haben“ bzw. „das Haupt bedecken“, von „ein [Zeichen der] Macht“ oder „bedeckt zu Gott beten“ gesprochen. Das alles sind für uns zunächst recht schwammige Begriffe. Wer würde heute schon wissen, was es heißt, „eine Macht“ auf dem Kopf zu haben? Und was genau haben denn die Engel damit zu tun?
    Erst in Vers 14 kommt die eigentliche Bedeutung dieser ganzen Ausdrücke klar zutage: Für einen Mann ist es eine Unehre langes Haar zu tragen, während es für eine Frau eine Ehre ist. Und um das noch zu bestätigen und zu verstärken fügt Paulus hinzu: „ … denn das lange Haar ist ihr anstelle eines Schleiers gegeben“ (V. 15b). Deutlicher geht es doch gar nicht mehr.
    Das ist wieder eine typische Argumentationskette von Paulus. Am Ende des Abschnitts fasst er dann noch mal alles zusammen und bringt es auf den Punkt. Daher tragen die Verse 14 und 15 die entscheidende Information, die wir nicht durch „kulturelle Besonderheiten der Zeit“ wegerklären sollten.

    Bitte lies doch noch einmal selbst genau nach und beachte den Textzusammenhang. Die Bibel erklärt sich fast immer selbst und wir sind nirgends auf Spekulation angewiesen – geschweige denn dass wir ein neutestamentliches Gebot Gottes durch ein Entgegenkommen eines Apostels wegen kultureller Gepflogenheiten seiner Zeit wegerklären müssten.
    Damit würdest Du dich doch auch zu einem der Geringsten im Reich Gottes machen, denn
    „Wer nun eines von diesen kleinsten Geboten auflöst und die Leute so lehrt, der wird der Kleinste genannt werden im Reich der Himmel; wer sie aber tut und lehrt, der wird groß genannt werden im Reich der Himmel.“ (Mt. 5,19).

    • Lieber Gerno,

      Danke für deine Einwände, die ich kurz beantworten möchte.

      Zu Punkt 1)
      Dein Einwand ist mir auch bewusst. Es ging mir hier darum, Argumente die oft vorgebracht werden, aufzuzeigen. Da die Scherung des Hauptes für die Frau gemäß Paulus etwas schändliches darstellte, so werden diese Argumente oft angeführt, um dem zu wiedersprechen. Die geschichtlichen Hintergründe lassen sich über das Internet recht gut eruieren. Hier könnte man sicher noch tiefer graben, da es im antiken Griechenald durchaus einige Unterschiede gab.

      Zu Punkt 2)
      Sehe ich ganz genauso und war auch von mir so gemeint.

      Zu Punkt 3)
      Ja ich nenne es einen Kompromiss, weil es in meinen Augen auch einer ist. Nicht im Sinne der Gebote oder Gesetze, sondern mit Rücksicht auf die Griechen oder eben auf die Juden. Paulus hätte ja auch darauf bestehen können und hätte es nicht nötig gehabt in der Sache abzuweichen. Er tat es auch nicht, aber weil wie so oft Verhaltensweisen und traditionelle Umstände und nicht zuletzt die Härtenshärte nicht sofort durchbrochen werden konnten, gab er nach. Selbst Gott hat Kompomisse erlaubt, als Jesus davon sprach das Mose Scheidebriefe erlaubte, obwohl dies von Anfang an nicht so war. (Mk. 10,4-5) Es sind jedoch keine Kompromisse, die das Gesetz betreffen, denn die bleiben unberührt gültig. Es sind Kompromisse, um der Herzenshärte willen.

      Zu Punkt 4)
      Ja, das siehst Du vollkommen richtig und so hatte ich es auch gemeint. Ich kann nur wiederholen, dass meine Wortwahl (Kompromiss) hier nicht auf irgendwelche Aufhebungen von Gesetzen, Geboten oder gar Fehlverhalten der Apostel abzielte, sondern auf die Umstände und Herzenshaltungen.

      Zu Punkt 5)
      Es kam mir darauf an, mit der Bibelstelle aus 1.Petrus 3,1-7 Gottes wahre Absicht aufzuzeigen. Das es ihm wichtig ist, was im inwendigen Menschen vorgeht und tatsächlich gelebt wird, und was ihm gefällt. Bedenken sollten wir dabei, dass das Gesetz und die Propheten sich in der Liebe erfüllen. Deshalb müssen wir hier den richtigen Kontext in der Sache herstellen. Und der läuft nach meiner Einsicht auf das Herz hinaus, denn ein Gebot wie dieses, kann zwar ein gehorsames Verhalten hervorbringen, nicht aber ein liebendes Herz. Denn wer Gott von Herzen liebt wird nicht mehr sündigen und wird aus Liebe zu Gott in allem freiwillig Gehorsam sein.

      Zu Punkt 6)
      Paulus hat da sicher deutlich argumentiert und es ist wahr, dass heutige Ausleger sich mit den Begrifflichkeiten schwer tun. Es geht auch nicht darum etwas wegerklären zu wollen, jeder kann sich letztlich darin Verhalten wie er es für richtig hält. Meine Auslegung bezieht hier den historischen Kontext mit ein und bricht eine Brücke zu uns heute und stellt die Frage ob das weiterhin ein gültiges Gebot ist. Ich habe letztlich meine persönliche Einsicht am Schluss dazu wiedergegeben. Die ist jedoch nicht festgemauert und es steht jeden frei eine andere Meinung zu vertreten.

      Kommt es Gott auf Gebote oder das rechte Herz an? Findet sich das rechte Herz im Halten der Gebote und dann auch in den Gesetzen? Bei solchen Diskussionen geht es oft um eben diese Fragen. Aber es wichtig zu sehen, dass weder die Gebote noch die Gesetze aufgelöst sind. Sie sind aber sehr wohl in Jesus erfüllt und wie Paulus an anderer Stelle sagt, ist derjenige schuldig das ganze Gesetz zu halten, der meint ein einziges Gesetz halten zu müssen. Wir sollen aber einander keinen Anstoß geben, nur weil einer glaubt bestimmtes Fleisch nicht essen zu dürfen und man selbst die Freiheit dazu hat. Und so verstehe ich Paulus hierin auch, dass wer es möchte gut daran tut dieses Gebot (nicht Gesetz) zu halten, aber wer es nicht tut, für denjenigen es auch ok ist.

  2. Anfang letzen Jahres nahm vier- fünfmal eine Schwester an unserer HG-Versammlung teil, die vor dem Gebet ihren Kopf mit einem Schal/Tuch verhüllte. Eine interessante, beachtenswerte äußerliche Gebethandlung war mein Gedanke. Ich sagte ihr, dass wir diese Sitte nicht hätten, sie aber ruhig diesen Brauch weiterhin ausüben könne. Die anderen HG-Teilnehmer waren ebenfalls von dieser Art Gebetsritual angetan und gaben einstimmig ihre Vorurteilslosigkeit der Schwester gegenüber zum Ausdruck.

    Soweit so gut.

    Bei den folgenden Besuchen der Glaubensschwester kam dann aber hin und wieder der unterschwellige Hinweis, wir sollten uns an das geschriebene Wort halten, zum Beispiel Korinther 11,2-16 worin auf die Kopfbedeckung der Frau eindeutig hingewiesen wird. Auch nahm sie ostentativ nicht an unserer donnerstäglichen Abendmahleinnahme teil, da sie der Meinung war, das Abendmahl könne nur sonntags genommen werden.

    Nun ja, wie denn auch sei, sie kam hinfort nicht mehr zu unserer HG.

    Ergo, die Gebets-Verschleierungsvorgabe birgt äußerstes Spaltungspotential in sich, wie wir sie in unserer HG praktisch erlebt haben.

    • Danke für diesen Erfahrungsbericht, er zeigt sehr deutlich wie oft und schnell Dinge in die Gesetzlichkeit abdriften können. Und dann ist es nicht mehr segensreich, sondern richtend.

  3. Knallhart!
    Wer in der Bibel Kompromisse, bei Paulus oder sonst einem Apostel sieht, hat sich als Bibellehrer disqualifiziert. Er handelt wie die heutigen Pastoren, welche Grautöne in der Bibel sehen.
    Es heißt dann immer: Nicht nur „Schwarz“ und „Weiß“ sondern auch Grau. Es gibt in der Bibel aber nunmal nur zwei Wege: Himmel oder Hölle!

    • Hm, ich habe nie behauptet ein Bibellehrer zu sein. Ich könnte jetzt entgegnen, wer die Bibel nur schwarz-weiß sieht hat ein Problem, weil Gott nicht so ist. Selbst David hatte schon die Schaubrote der Priester genommen und sich damit nicht schuldig gemacht und sagt uns doch die Bibel sehr deutlich, dass sich in der Liebe das Gesetz und die Propheten erfüllen. Ich kann nur nochmal betonen, dass es nicht darum geht Gebote und Gesetze aufzulösen. Sie sind aber in Jesus erfüllt und Paulus wie auch Mose haben sehr wohl Kompromisse gemacht, aber ich mus mich jetzt wohl auch nicht wiederholen.

      Die Grauzone ist hier sicher nicht das Herabsetzen der biblischen Wahrheiten oder das Liberalisieren von Gottes Wort, schwarz-weiß ist die Bibel aber auch nicht. Die Bibel will mit Herz und Verstand gelesen werden und braucht keinen Rückfall in gesetzlichkeiten des Buchstabens. Nach meinem Verständnis zählt auch der historische Kontext etwas, ohne dem wir mancherlei Rede nicht nachvollziehen können. Nehmen wir nurmal das Beispiel der Rüstung des Glaubens, Paulus hat oft solche Methaphern gebraucht, welche wir ohne Sicht auf den historischen Kontext wohl sehr viel schlechter verstehen würden.

      Solche Streitpunkte erscheinen mir wie diejenigen mit denen Paulus auch kämpfte, als es darum ging wer was essen darf oder ob die Beschneidung noch notwendig sei.

      Ich möchte darin richtig verstanden werden und denke, dass eine solche Beurteilung nicht gerechtfertigt ist.

      • Wieder mal nichts verstanden.
        Schwarz steht für Finsternis – Teufel!
        Weiß steht für Licht – Gott!
        Lässt sich einfach nicht mischen.
        Kompromisse sind aber Mischungen usw.
        Wo du oder ihr Kompromisse seht, steht immer Gott in der Handlung.

        • Du vergißt, wer hier schwarz-weiß vollkommen in seiner Hand hat und auch beides durchaus auch gebraucht. Von daher kann ich deine Logik nicht nachvollziehen, da sie nicht so einseitig gesehen werden kann. Gottes Gedanken sind soviel höher als unsere …

          • Im Licht Gottes gibt es keine Finsternis.
            Weiß = Licht. Schwarz = Finsternis.
            Kann also dir nicht folgen.

          • Ja eben…….., das Licht scheint in die Finsternis…………………….

            Mir geht das Licht auf in der Finsternis (Ps 112,4)

            Ohne dieses Licht wäre ich unfähig die geistige Finsternis überhaupt erkennen zu können, umfassend universell und insbesondere in mir selbst………….

            Das Licht leuchtet mir auf meinem Weg mittels seines Wortes hin zu seiner Wohnung (Ps119,105+Ps 43,3).

            Ihr seid das Licht der Welt heißt es, aber dieses Licht geht meist auch einher mit Schatten und an diesem Punkt beginnt ein Überwindungsprozess, für jeden von uns in unterschiedlichster Weise.

            Also ist Finsternis sozusagen notwendig.

            Natürlich sollte ich nicht aus Finsternis Licht und aus Licht Finsternis machen (siehe Jes 5,20).

            Gott sagt in Jes. 45, 7 sogar: „der ich das Licht mache und schaffe die Finsternis, der ich Frieden gebe und schaffe Unheil. Ich bin der HERR, der dies alles tut.“

            Und in Ps 139,12: „so wäre auch Finsternis nicht finster bei dir, und die Nacht leuchtete wie der Tag. Finsternis ist wie das Licht.“

            Und nun, Gott verblüfft immer wieder aufs Neue.

            Gott hat die Macht, ER ist Licht und ER schnippst in Jesus Christus das Licht an,……… für alle Menschen. Und am Ende erst schaltet ER die Finsternis ab und es bleibt nur noch Licht.

            In Am 5,18 lese ich:“Denn des Herrn Tag ist Finsternis und nicht Licht“ hierüber kann ich reflektieren und Gott fragen wie ER es meint.

            Jedenfalls, wenn ich in der Finsternis wandle, weiß ich nicht wohin ich gehe (Joh, 12,35).

            Und andererseits, sollte ich darauf schauen, dass das Licht in mir nicht Finsternis ist (Lk 11,35)
            Bescheidener Hinweis – siehe Engel des Lichts-.

            Nun denn, der Tag des Gerichts wird es ans Licht bringen…………(1.Kor.3,13)

            Obige Bibelstellen entnommen und in Anlehnung an die rev. Lutherübersetzung 1984.

  4. Lieber Bernd,
    danke für Deine lange Antwort. Jetzt bin ich doch echt beruhigt (nicht ironisch, sondern ernst gemeint!). Da muss ich wohl bekennen, dass ich Dich in einigem falsch verstanden bzw. eingeschätzt habe. Tut mir Leid. Bitte verzeih mir das.
    Besonders unterstreichen möchte ich Deinen Satz „wer Gott von Herzen liebt, wird nicht mehr sündigen und wird aus Liebe zu Gott in allem freiwillig gehorsam sein“. Das ist genauestens das, was Gott möchte und wie wir es sehen und handhaben sollen – auch die verzwickte Sache mit der Kopfbedeckung beim Beten.
    Daher würde ich gern zurückrudern und das Meiste von dem zurücknehmen, was ich geschrieben habe, weil ich Dich einfach einseitig und falsch verstanden habe.
    Nochmals danke für Deine ausführliche Antwort. Auch das habe ich als liebevoll empfunden.
    Ich hoffe, wir können uns irgendwann mal persönlich treffen. Es wäre sehr interessant für mich, wenn wir uns unterhalten könnten – auch wenn wir sicherlich nicht in allem einer Meinung sein werden. Aber das ist ja auch gar nicht nötig. Vielleicht wäre das auch falsch, weil Gott doch die Vielfalt liebt, wenn man in den Grundlagen des Glaubens (Hebr. 6) einer Meinung bleibt. Das siehst Du sicherlich genau so.

    • Lieber Gerno,
      vielen Dank für deine Einsichten, dass erlebt man selten! Wenn wir uns mal persönlich kennenlernen könnten wäre das super. Ist sowieso immer besser und schöner von Angesicht zu Angesicht miteinander zu reden. Ich denke, die vielen unterschiedlichen Meinungen kommen auch aufgrund unserer unterschiedlichen Einsichten zustande. Und das muss nichts schlechtes sein, wenn wir bereit sind voneinander zu lernen. 🙂

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