Vom Fasten und Beten

Wenn wir vom Fasten sprechen, kommen wir an der Kombination Fasten und Beten nicht vorbei. Das Fasten und das Gebet gehören zusammen, da man sich Gott in Abgesondertheit nähert. Diese Absonderung soll alle Ablenkungen ausschließen und die volle Aufmerksamkeit auf Gott lenken. Wir entäußern uns für eine gewisse Zeit des normalen Lebens, um uns Gott in hingegebener Art und Weise zu nähern. Dies tun wir, wenn wir von Gott Antworten oder Weisungen suchen, und um in die tiefere Gemeinschaft mit Gott zu kommen.

Das erste Mal begegnet uns das Fasten, als Mose auf den Berg Horeb ging um die 10 Gebote zu empfangen. Er war dort 40 Tage und Nächte und fastete in dieser Zeit, Gott wiederum nahm es an und gab ihn die 10 Gebote auf. Fasten hat also etwas mit Demütigen vor dem Herrn zu tun und um in die Gemeinschaft mit Gott zu kommen.

Es gibt jedoch keinerlei Gesetze oder Gebote dies zu tun. Es ist eher so etwas wie ein ungeschriebenes Gesetz, um die Gemeinschaft mit Gott zu suchen.

Im AT finden wir das ganze Volk Israel am Fasten, als es von Benjamin geschlagen wurde
(Ri. 20,26). Und Jona berichtet uns davon, wie die gesamte Stadt Ninive in Buße und Fasten verfällt. Dies bestätigt nochmal die Demütigung vor dem Herrn, eine Geste der Unterordnung unter Gottes Willen.

[1]Später lesen wir von vier Fastentagen, die gehalten wurden (Sach 7,5; 8,19), obwohl nicht berichtet wird, dass Gott sie eingerichtet hätte: 1. Im vierten Monat, entsprechend der Einnahme Jerusalems, als kein Brot mehr für das Volk da war (Jer 52,6). 2. Im fünften Monat, zur Erinnerung an die Zerstörung des Tempels (2. Kön 25,8.9). 3. Im siebten Monat, zum Gedenken an den Mord an Gedalja (Jer 41,1.2). 4. Im zehnten Monat, zur Erinnerung an den Beginn der Belagerung Jerusalems (Jer 52,4). Der Prophet konnte sagen, dass diese Fasttage zur Freude und zu fröhlichen Festzeiten werden würden.

Im N.T. finden wir in Johannes dem Täufer den Geist des Fastens, einen Geist der Absonderung des Nasiräers (Mt. 3,4). Er lehrte auch seine Jünger, zu fasten. Der Herr sagt von seinen Jüngern, dass sie fasten würden, wenn er von ihnen weggenommen sein würde; und während er hier war, sprach er von einer bestimmten Kraft über unreine Geister, die nur durch Gebet und Fasten ausfahren würden (Mt. 17,21). Er selbst fastete 40 Tage und 40 Nächte, als er vom Geist in die Wüste geführt wurde, um vom Teufel versucht zu werden. Das ist ein Gegensatz zu Mose und Elia, denn sie wurden von dem natürlichen Zustand des Menschen getrennt, um mit Gott zu sein; und er, der als Mensch ohne Unterbrechung mit Gott war, musste in diesem Zustand der Absonderung den Kampf mit dem Teufel erleben.

Paulus und Barnabas wurden nach Gebet und Fasten auf ihre erste Missionsreise geschickt (Apg 13,2.3).

Markus 6,16-18
Wenn ihr aber fastet, so seht nicht düster aus wie die Heuchler! Denn sie verstellen ihre Gesichter, damit sie den Menschen als Fastende erscheinen. Wahrlich, ich sage euch, sie haben ihren Lohn dahin. Wenn du aber fastest, so salbe dein Haupt und wasche dein Gesicht, damit du nicht den Menschen als ein Fastender erscheinst, sondern deinem Vater, der im Verborgenen ist! Und dein Vater, der im Verborgenen sieht, wird dir vergelten.

Hier bekommen wir eine Anleitung dafür wie Gott das Fasten gefällt. Wir sollen es nicht fromm zur Schau stellen und uns damit gar Rühmen. Es soll eher im Verborgenen bleiben und ist so eine Angelegenheit nur zwischen Gott und dem Fastenden. Nur wer sich darin demütig verhält, wird auch darin von Gott geachtet und gewürdigt werden.

Wir entdecken hier also eine besondere Form der Demut gegenüber dem Herrn, die richtig gehalten, zum Segen führt. Das Gebet wiederum ist untrennbar damit verbunden. Im Gebet begegnen wir Gott mit unserem Dank, unseren Nöten und Lasten, sowie den Bitten für andere. Wir beten für uns alleine sowie auch in Gemeinschaft mit anderen.

Die Bibel sagt uns, wo schon zwei im Namen Jesu zum Gebet zusammenkommen, da ist er mitten unter ihnen. Und wo wir uns in das stille Kämmerlein zurückziehen, da ist Gott ebenso und hört unser Gebet. Jeder der die Gebete in Gemeinschaft wie auch die Gebete im Kämmerlein praktiziert, weiß, dass es hier einen Unterschied gibt. Mir geht es so, dass ich in der stillen Zeit mich Gott sehr nahe fühle, während das Gebet in der Gemeinschaft eine andere Form von Gottesnähe hat.

Wenn also das Gebet im stillen Kämmerlein schon eine tiefere Nähe zu Gott hat, weil sie inniger und persönlicher ist. Was mag das Gebet dann erst bewirken, wenn man dazu auch noch fastet? Einige Jahre habe ich gemeinsam mit zwei Freunden jedes Jahr eine Gebets- und Fastenzeit eingelegt. Wir zogen uns zurück, lasen viel im Wort und beteten viel. Wir haben uns zwar erlaubt Wasser zu trinken und auch mal ein Stück Obst zu essen, da die Sommerzeit sehr heiß ist und hier ist auch jeder frei nach seinem Gewissen zu handeln.

Es waren wertvolle Zeiten der Enthaltsamkeit und anfänglich war die Stille erstmal kaum auszuhalten. Aber die Gottesnähe kommt dann durch und man wird gesegnet.  Das Fasten und Beten hat nichts mit menschlicher Gesundheit zu tun, wo man mit Fasten und Sport Pfunde verlieren möchte. Sondern es geht um die eigene Zurücknahme und Demütigung vor Gott, und somit um die Vertiefung der Gottesbeziehung. Auch als Buße vor Gott muss es verstanden werden, denn wir sind Sünder.

Wenn wir also Fasten, zeigen wir Gott, dass er unser Herr ist und wir uns seinem Willen unterordnen und auch suchen. Und da Gott heilig ist und sich niemand Gott ohne Glauben nahen kann, ist das Fasten eine tiefe Hingabe und Huldigung an Gott. Das Gebet dazu, wird dann eine besondere Tiefe und Gottesnähe haben und der Herr wird darauf reagieren.

[1] Quelle: Bibelkommentare.de

2 Kommentare zu Vom Fasten und Beten

  1. Danke für den Artikel, Bernd. Kann man nur unterschreiben.
    Hier noch eine kleine Ergänzung: Als Esra aus Babylon nach Jerusalem heraufziehen wollte, heißt es:
    „Und ich ließ dort an dem Fluss Ahawa ein Fasten ausrufen, dass wir uns demütigten vor unserem Gott, um von ihm einen geebneten Weg für uns und unsere Kinder und alle unsere Habe zu erflehen.“ (Esra 8,21).
    Auch das Ergebnis lässt sich sehen: „So fasteten wir und erflehten dies von unserem Gott; und er erhörte uns.“ (V. 23).
    Das passt doch sehr gut zu dem, was Du ausgeführt hast. Fasten ist immer eine Demütigung vor Gott, die unterstreichen soll, dass Gott einem wichtiger ist, als Essen, Trinken oder sonst etwas. Und das führt dazu, dass unsere Gebete von Gott erhört werden können; denn „Gott widersteht dem Hochmütigen, aber dem Demütigen gibt er Gnade.“ (Jak. 4,6).

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