Wie Vergebung gelingt

Warum ist Vergebung wichtig und welche Art von Vergebung ist gemeint? Wir brauchen die Vergebung Gottes, da wir als Sünder vor ihm stehen und nur durch den Glauben an Jesus davon erlöst werden können. Unsere Bekehrung und die Taufe ist also ein erster Schritt in die göttliche Vergebung.

Damit verbunden ist jedoch auch, dass Gott von uns erwartet von der Sünde zu lassen und nicht nur das, wir sollen ihm gleich werden.

Doch wie soll das gehen, ihm gleich zu werden?

Die Bibel sagt uns, dass uns mit Jesus alles geschenkt wurde und durch die Versiegelung mit dem Heiligen Geist wohnt Gottes Kraft in uns, die uns auch befähigen wird. Gott hat uns also alle Möglichkeiten mitgegeben, damit wir seine Erwartungen auch erfüllen können.

Dabei muss nichts sofort geschehen, denn vieles braucht Zeit, aber wenn wir Gottes Kraft in uns zulassen und mit einbinden, werden wir zu dem Menschen den Gott in uns sieht. Entscheidend dabei ist, dass wir uns willig zeigen und danach suchen, während uneinsichtiges Verhalten uns davon trennen wird.

Vergebung persönlicher Leiderfahrungen

Die meisten Menschen kommen nicht allein aus sündigen Verhältnissen zu Gott, sondern auch aufgrund persönlicher Leiderfahrungen. Diese sind oft Mitschuld daran, dass wir in tiefere Sünden gefallen sind, und sie haben unseren Charakter geformt.

Schmerz und Leid lässt uns die merkwürdigsten Dinge tun. So legen wir uns z. B. innerlich fest und wollen uns nicht mehr verletzen lassen. Was dann dafür sorgt, dass wir innerlich verhärten.

Oder wir werden bei bestimmten Dingen besonders ängstlich und fühlen uns traumatisiert. So haben Missbrauchsopfer oft ein tief gestörtes Verhältnis zur Sexualität. Wie man es auch nimmt, Leiderfahrungen machen uns extrem misstrauisch, ängstlich, zornig und verhärten uns innerlich.

Doch am Beispiel des unbarmherzigen Knechtes aus Mt. 18,21-35, wird deutlich, so wie Gott uns vergibt, sollen auch wir unseren Schuldigern vergeben, und das betrifft auch Peiniger.

Auch wenn diese Erwartung Gottes an uns unbarmherzig erscheinen mag, so hat Gott nur unser Bestes im Sinn. Denn wenn wir vergeben können, wird unser Herz frei von Schmerz und Leid und damit auch von Rachegedanken, Zweifel und Zorn.

Es mag für viele sicher ein langer Prozess sein, bis sie ernsthaft und echt vergeben können, aber am Ende steht der Seelenfrieden. Und wir tun gut daran, diesen Weg unbedingt zu gehen und nicht an der Leiderfahrung festzuhalten.

Denn die Leiderfahrung wird uns immer im Strudel dieser Erfahrung binden, wir durchleben sie ständig neu, sei es in Gedanken oder durch auslösende Momente. Der Schmerz ist immer irgendwie präsent und damit verbunden auch unser Zorn und tiefe Selbstzweifel. Und umso länger ein solcher Zustand anhält und mit zunehmenden älter werden, wird es problematischer, weil dann auch Krankheiten entstehen können.

Die Last auf unserer Seele schlägt sich immer irgendwann auf unsern Körper nieder.

Und Gott weiß das und er möchte uns davon heilen und damit dies Geschehen kann, braucht er unsere Einwilligung. Wir müssen zumindest willig und suchend sein, damit sich sein Wort an uns erfüllen kann.

Matthäus 7,7
Bittet, und es wird euch gegeben werden; sucht, und ihr werdet finden; klopft an, und es wird euch geöffnet werden!

Wer aber stecken bleibt und keine Heilung sucht und sich uneinsichtig verhält, dem könnte es später so ergehen, wie dem unbarmherzigen Knecht. Er hatte Gnade und Vergebung empfangen, gab diese aber nicht weiter, sondern er rechnete die Schuld seinem Schuldiger auch weiterhin zu.

Das führte dazu, dass der Herr dann seine Gnade von ihm nahm und ihn überantwortete.

Vorausgegangen war jedoch zunächst, dass dieser Knecht selbst in tiefer Schuld vor Gott stand und Gott ihn da schon überantworten wollte. Erst als er um Gnade bat, ließ Gott es sich gereuen und erließ ihm seine Schuld.

Das ist natürlich ein Sinnbild auf unsere sündige und schuldige Natur, in der wir vor Gott stehen und eigentlich den Tod verdienen. Aber mit der Bitte um Gnade, die sich hier im Bekenntnis zu Jesus erfüllt, erhalten wir den Schuldenerlass. Und wer jetzt den Fehler macht und sich nicht auch weiterhin nach dieser Gnade ausstreckt und nicht von seinem sündigen Leben lässt, der wird Gefahr laufen seine Gnade wieder zu verlieren.

Mt. 6,14.15
Denn wenn ihr den Menschen ihre Vergehungen vergebt, so wird euer himmlischer Vater auch euch vergeben; wenn ihr aber den Menschen nicht vergebt, so wird euer Vater eure Vergehungen auch nicht vergeben.

Den neuen Menschen anziehen

Wir sind aufgefordert den neuen Menschen anzuziehen und Gott erwartet von uns, dass wir uns danach ausstrecken. Dazu gehört, dass wir unsere alte sündige Natur ablegen und uns erneuern lassen. Und so soll sich unser egoistisches Gedankengut in eine friedliebende Natur verändern.

Letztlich sollen wir ja auch ein Zeugnis für die Welt sein, wenn sich aber nichts Sichtbares zeigt, wie können wir dann ein Zeuge Gottes sein. Außerdem sagt uns das Wort Gottes in;

  1. Joh. 4,20
    Wenn jemand sagt: Ich liebe Gott, und hasst seinen Bruder, ist er ein Lügner. Denn wer seinen Bruder nicht liebt, den er gesehen hat, kann nicht Gott lieben, den er nicht gesehen hat.

Es geht also darum, die Gesinnung zu ändern, von zuvor sündig durchdrungener Geisteshaltung, hin zur Wahrheit und Liebe im Herzen. Und damit das auch funktionieren kann, haben wir unser Bekenntnis zu Gott und die Taufe, wodurch wir mit dem Heiligen Geist versiegelt sind.

Eph. 4,22-24
Dass ihr, was den früheren Lebenswandel angeht, den alten Menschen abgelegt habt, der sich durch die betrügerischen Begierden zugrunde richtet, dagegen erneuert werdet in dem Geist eurer Gesinnung und den neuen Menschen angezogen habt, der nach Gott geschaffen ist in wahrhaftiger Gerechtigkeit und Heiligkeit
.

Was bedeutet, dass wir nicht mehr in der Zwangsherrschaft der Erbsünde gefangen sind, sondern fortan dem Reich Gottes und seiner Kraft zugerechnet sind. Und damit haben wir alle Möglichkeiten zum Überwinden aus derselben bekommen.

Römer 8,15
Denn ihr habt nicht einen Geist der Knechtschaft empfangen, wieder zur Furcht, sondern einen Geist der Sohnschaft habt ihr empfangen, in dem wir rufen: Abba, Vater!

Gott im täglichen Leben einbeziehen

Will man das Ziel erreichen, muss man Gott in seinem täglichen Leben einbeziehen. Es gehört dazu, dass wir Gott besser kennenlernen müssen, da wir sonst nicht verstehen werden, was er von uns erwartet. Auch werden wir nicht erkennen, welche Mittel und Wege wir von ihm dazubekommen haben.

Und so bedarf es einer Beziehung zu Gott, die täglich mit ihm lebt.

Bibel und Predigt (Lehre)

Dazu gehört das Bibellesen und Predigten (Lehre), ohne dem Wir Gottes Charakter nicht verstehen werden. Wir brauchen Anleitung und Schulung, um Gott kennenzulernen. Gottes Wort hat Macht an uns zu arbeiten und daher brauchen wir die Predigt und sein Wort, weil sie uns auch einen Weg der inneren Heilung aufzeigen.

Heb. 4,12.13
Denn das Wort Gottes ist lebendig und wirksam und schärfer als jedes zweischneidige Schwert und durchdringend bis zur Scheidung von Seele und Geist, sowohl der Gelenke als auch des Markes, und ein Richter der Gedanken und Gesinnungen des Herzens; und kein Geschöpf ist vor ihm unsichtbar, sondern alles bloß und aufgedeckt vor den Augen dessen, mit dem wir es zu tun haben
.

Gebet und stille Zeit

Gott hat großartige Verheißungen für uns, was das Gebet betrifft und aus eigener Erfahrung kann ich das nur bestätigen. Wer betet, wird Gott erleben!

Mt. 21,22
Und alles, was immer ihr im Gebet glaubend begehrt, werdet ihr empfangen.

Gott ist sicher kein Wunscherfüllungsautomat, aber wer seine Gebete auf innere Heilung ausrichtet und auch Gebete für andere spricht, wird sicher viel Gebetserhörungen erleben. Sicher erfüllt uns Gott auch mal einen Wunsch oder hilft auch in materiellen Dingen, und wir dürfen auch dafür beten. Aber es zählt auch hier unsere Herzenshaltung, denn was wir glaubend erbitten sollen wir erhalten. Glaubend bezieht sich auch hier wieder auf die rechte Gesinnung unseres Herzens.

Unsere Motivation

Wir Menschen suchen immer nach Frieden und Liebe und die Welt verbindet dies zumeist mit ihren weltlichen Werten und betrügt sich dabei selbst. Gott aber, der die Liebe und Gnade selbst ist, möchte uns genau dahin führen.

Wenn wir uns an das Gottesgebot der Liebe halten, so wird uns zugesagt, dass wir in ihm bleiben. Wer die Liebe Gottes verinnerlicht erfüllt das Gesetz und die Propheten. Nicht zuletzt werden wir so auch auf das Himmelreich zugerüstet, welches ein Ort purer Liebe ist.

Und verletzte Menschen haben es gewöhnlich schwer echte Liebe zu ertragen.

  1. Joh. 4,16
    Und wir haben erkannt und geglaubt die Liebe, die Gott zu uns hat. Gott ist Liebe, und wer in der Liebe bleibt, bleibt in Gott und Gott bleibt in ihm.

Abschluss

Und so sind die Vergebungsprozesse seiner heiligen Kraft untergeordnet, wenn wir uns in die Nachfolge begeben und ihn darin suchen. Innere Heilung ist nur der erste Schritt auf dem Weg zu Gott. Er möchte uns auch in der Persönlichkeit umformen und nicht zuletzt auch als treuen Zeugen gebrauchen. Oft passiert vieles sogar gleichzeitig. Dabei gibt es nichts was uns hindern oder Gottes Liebe berauben könnte. Und so ist auch die Vergebung eine Glaubens- und Vertrauensfrage.

Römer 8,35-39
Wer wird uns scheiden von der Liebe Christi? Bedrängnis oder Angst oder Verfolgung oder Hungersnot oder Blöße oder Gefahr oder Schwert? Wie geschrieben steht: „Deinetwegen werden wir getötet den ganzen Tag; wie Schlachtschafe sind wir gerechnet worden.“  Aber in diesem allen sind wir mehr als Überwinder durch den, der uns geliebt hat. Denn ich bin überzeugt, dass weder Tod noch Leben, weder Engel noch Gewalten, weder Gegenwärtiges noch Zukünftiges, noch Mächte, weder Höhe noch Tiefe, noch irgendein anderes Geschöpf uns wird scheiden können von der Liebe Gottes, die in Christus Jesus ist, unserem Herrn
.

AMEN


 

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