Hausgemeinde-ein Erfahrungsbericht

Seit nunmehr rund 10 Jahren versuchen wir Hausgemeinde zu leben. Dazu wollen wir aber nicht allein bleiben, sondern bieten auch Coachings für Neugründer an und haben uns auch überkonfessionell vernetzt. Zunächst waren wir erwartungsvoll an die Aufgabe herangegangen und wir versuchten uns bekannt zu machen, via Website, soziale Medien und Co.

Es kamen auch Leute, zum Teil schwierige Persönlichkeiten wie auch psychisch labile Menschen. Aber auch einige angenehme Leute waren dabei, für diese war der Weg aber leider oft zu weit. So haben wir auch einige Taufen durchgeführt und sind am Ende nach 10 Jahren ein innerer Kern von zwei Ehepaaren und einen älteren Herrn und mit Besuchern die an und ab unverbindlich auftauchen.

Dabei fällt auf, dass die Gaben und Verbindlichkeiten sich doch arg beschränken. Es gibt keine Evangelisationseinsätze und Lehreinheiten oder Seminare von außen sind oft nicht gewünscht. Auch wenn wir versuchen das klassische Gemeindemodell nicht zu leben, sondern die Basics wie in der Apostelgeschichte, so scheitern wir doch an unseren menschlichen Attitüden.

Dabei ist die Erwartungshaltung im Allgemeinen sehr hoch. Alle wollen Gott erleben und wollen Gaben ausleben. Viele wollen ein Apostel sein, aber möglichst ohne Probleme. Der Glaube zerfällt dabei zu einer oberflächlichen Angelegenheit, wo Gott für alles Mögliche herhalten muss und soll. Aber sich unter seine Hand beugen und demütigen und den Weg der inneren Zurüstung gehen, wird verschleiert. Denn viele glauben, wenn sie Gott einmal erlebt haben, dann war es das auch schon. Schon fühlen sie sich berufen und vergessen dabei, dass sie ihre Sinne mit Gottes Wort schärfen müssen und vor allem in der Liebe Gottes wachsen müssen.

Denn daran hapert’s ganz gewaltig, wer seinen Glauben so oberflächlich auslebt wird schnell zum Rebell und/oder Irrlehrer. Sicher gibt es konfessionelle Glaubensunterschiede in der Theologischen Auslegung der Bibel. Aber grundsätzlich gilt das Evangelium von der Heilsbotschaft als Maßstab, denn dieser rote Faden zieht sich auch durch das Alte Testament.

Wir leben in schwierigen Zeiten. Im Berufsleben sind die Leute stark herausgefordert. Ständige Verfügbarkeit gilt heute nicht mehr nur allein Für Polizei und Feuerwehr oder den Krankenhäusern. Nein, der ganz normale Bürger wird heute in seiner Zeit ausgepresst und das letzte wird aus ihm herausgeholt. Zudem kommt die Praxis, dass es keine sicheren Arbeitsplätze mehr gibt. Die ständige Existenznot führt die Leute in einen andauernden Überlebenskampf im Berufsleben. Zeitverträge und befristete Arbeitsverträge geben immer nur kurz Ruhe, bis der Zirkus von vorn beginnt.

Das geistliche Leben kommt dabei zu kurz oder bleibt auf der Strecke. Aber es gibt ja die sozialen Medien, die Fluch und Segen zugleich sind. Fluch deshalb, weil es viele Irrlehrer und unausgereifte Christen gibt, die sich zum Besten geben und ein Segen, weil ernsthafte Christen so auch viele Menschen erreichen können.

Es gibt also Gutes wie Schlechtes. Allerdings hat sich das Denken und Verhalten der Leute verändert. Ich habe oft den Eindruck, obwohl viele Gott erleben, so haben wir doch an Kraft und Autorität in Christus verloren. Warum ist das so?

Dort wo wir nicht mehr demütig in seiner Liebe sind, sind Gaben und Talente nur ein tönendes Erz und wertlos, weil herzlos. Uns fehlt heute ganz klar die innere Zurüstung, die Aufarbeitung der eigenen Vergangenheit und das hineinwachsen in seiner Gnade und Liebe.

Und wir brauchen dazu Durchhaltevermögen, wer glaubt das er das mal kurz schnell erledigen kann ist auf dem falschen Dampfer. Auch ein Petrus und Paulus brauchten Zeit und einschneidende Erlebnisse mit sich selbst, um letztlich für die Aufgabe gerüstet zu sein. Nur ein Judas kehrt sich ab und geht den falschen Weg.

Das Reich Gottes braucht Mitarbeiter, die sich von ihm Zurüsten lassen und so letztlich in seiner Kraft und Autorität ihre Berufung ausfüllen können.

Mt. 9,37.38
Dann spricht er zu seinen Jüngern: Die Ernte zwar ist groß, die Arbeiter aber sind wenige. Bittet nun den Herrn der Ernte, dass er Arbeiter aussende in seine Ernte!

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