Die Krankheit, mein Leben und Ich

Jeden kann es treffen, ein Unfall, eine unerwartete Krankheit reißen uns plötzlich aus unserem Dasein heraus und konfrontiert uns mit der brutalen Wirklichkeit unseres zerbrechlichen Lebens. Auf einmal ist alles anders, viele Dinge sind nicht mehr möglich und wir sind körperlich und vielleicht sogar mental sehr eingeschränkt. Arzttermine und Therapien begleiten nun unser Leben und wir merken schnell, dass auch Ärzte oft an ihr Limit kommen und nicht weiter wissen.

In der Folge erlebt mein Glaubensleben auch eine Art Überlebenskampf, soll ich für Heilung glauben und warum passiert sie nicht, wenn ich bete? Habe ich gesündigt oder hat der Feind wie einst bei Hiob vor den Thron Gottes um mich gepokert? In all diesen Fragen ringe ich um Antworten und um Identität. Kann man die Dinge einfach in Gut und Böse einteilen, in Schwarz oder Weiß? Ich denke nicht, es bleibt eine fließende Grauzone. Es ist ein Geheimnis Gottes, wen er rettet und wer diese Welt verlässt.

Gottes Maßstäbe scheinen hier anders zu liegen. Seine Prioritäten und seine Sicht auf das Leben ist eine ewige Sicht, die sich uns entzieht. Wir erfassen diese Wahrheiten nur begrenzt. Was für uns ein Desaster zu sein scheint, nämlich Krankheit und Tod, ist für Gott als Schöpfer aller Dinge eine Sicht auf Himmel und Hölle. Und so sind wir aufgefordert uns auch im Leid ihm anzuvertrauen und auf seine ewige liebende Sicht zu vertrauen, denn er weiß was gut für uns ist.

Die Einschränkungen jedoch können einen Menschen dann aber doch auch in tiefe Konflikte bringen. Man fühlt sich nicht mehr vollwertig und die eigene Wertschätzung nimmt ab. Die Tatsache auf Hilfe von Anderen angewiesen zu sein, ist oft auch nicht sehr angenehm. Da ist es dann ein Glück, wenn man hier auf wahrhaft berufene Menschen trifft. Was bin ich noch Wert und welchen Stellenwert habe ich noch im eigenen Leben? Was geht noch und was geht nicht mehr, wie weit muss ich mit Behinderungen leben usw.?

Das Leben verändert sich mit der Krankheit und wir lernen mit ihr zu leben. Als Christ glaube ich jedoch an die Zusagen Gottes und hoffe und bete täglich für Heilung. Obwohl ich diese Hoffnung habe, ist meine Erfahrung, dass ich mich selbst dennoch nicht vernachlässigen darf. Ich bin trotz meiner Umstände von Gott geliebt und ich kann selbst in der Krankheit ein Zeuge Jesu sein.

Ich kenne viele Beispiele und Zeugnisse wo Krankheit zum Segen wurde. Ein behindertes junges Mädchen ist mir dabei besonders in Erinnerung geblieben. Sie hatte Epilepsie und musste einen Kopfschutz tragen. Aber sie hatte ein so sonniges Gemüt, dass jeder in ihrer Nähe durch ihr freundliches und liebevolles Wesen ermutigt wurde. Die Liebe wird dabei zum Schlüsselerlebnis und die wird oft auch heiß umkämpft. Immerhin hatte Jesus uns die Liebe als neues Gebot mit auf dem Weg gegeben.

Von der Welt zu etwas Falschen verdreht, ist die Liebe Gottes in uns das tragende Fundament unseres Daseins. Und auch wir kämpfen bisweilen mit unseren eigenen Lieblosigkeiten und Verhärtungen. Und doch ist jeder von uns eine einzigartige Schöpfung Gottes. Durch seine Liebe werden wir verändert und zu einem neuen Menschen. Die Last der Krankheit lässt uns zu ihm hinwachsen, weil wir im Vertrauen und Glauben an ihm reifen. Wir werden in die Tiefe geführt und werden so geschliffen wie ein Diamant und geläutert wie Gold.

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1 Kommentar zu Die Krankheit, mein Leben und Ich

  1. Zitat Bernd: „Von der Welt zu etwas Falschen verdreht, ist die Liebe Gottes in uns das tragende Fundament unseres Daseins“

    Ja, die Liebe Gottes …………., aber auch die Liebe zu IHM, von mir zu IHM und von IHM zu mir, in diesen Momenten kann meine Seele in Gänze ruhig sein, trotz Krankheit, Leid etc……….!

    Trotz Krankheit, Leid und Not Gott zu lieben, setzt „kämpfen“ und „überwinden“ voraus. So wie Du sagst: “ wir werden in die Tiefe geführt“. D.h. für mich, dieser Weg führt in der Konsequenz zur Herrlichkeit des ewigen Lebens, gekrönt mit Freude in vollkommener Liebe.

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